Das Recht am eigenen Bild: Wie ist die Rechtslage und wann ist eine Veröffentlichung oder Verbreitung eines Fotos oder Videos erlaubt?


Das Wichtigste in Kürze:

  • Das Recht am eigenem Bild regelt, dass jeder selbst bestimmen darf, ob und wie oder wo sein Bildnis veröffentlicht, verbreitetet oder zurschaugestellt wird.
  • Die Verbreitung und Veröffentlichung von Fotos oder Videos und sonstigen Darstellungen einer Person ist grundsätzlich nur erlaubt, wenn der Betroffene vorher einwilligt.
  • Ausnahmsweise ist die Zustimmung nicht erforderlich, wenn an der Veröffentlichung ein öffentliches Interesse besteht.
  • Wird ein Bild unberechtigt veröffentlicht, kann sich der Betroffene mit Unterlassung, Löschung oder Herausgabe wehren und unter Umständen gar Schadensersatz verlangen. Auch hat er das Recht zu erfahren, wann, wie, wo die Bilder veröffentlicht wurden und an wen sie herausgegeben wurden.
  • Die Ansprüche richten sich nicht nur gegen denjenigen, der das Bildnis zuerst veröffentlichte, sondern auch gegen Betreiber von Internetseiten, Sozialen Medien und gar Suchmaschinen-betreiber. Auch Personen, die das Bild oder Video einbetten, teilen oder posten sind zur Löschung, Unterlassung und ggf. auch zum Schadensersatz verpflichtet.

Holen Sie von uns eine kostenlose und vollkommen unverbindliche Ersteinschätzung per Email ein! Schreiben Sie kurz den Sachverhalt auf. Wenn Ihnen das Foto vorliegt, ist es hilfreich, wenn Sie es Ihrer Email anfügen oder den Link zur Veröffentlichung mitschicken. Dies reicht oftmals schon aus, um Ihnen nützliche Anhaltspunkte geben zu können.

 

Schreiben Sie uns einfach eine Email!



Rechtslage: Das Recht am eigenen Bild!

In Zeiten des Internets werden unzählige Bilder und Videos von Personen über facebook, twitter, instagram, youtube und anderen Social-Media Plattformen verbreitet. Nicht immer ist eine Veröffentlichung aber zulässig. Die Rechtslage ist nicht einfach; grundsätzlich gilt jedoch:

 

Jedermann hat das Recht, selbst zu entscheiden, ob sein Bildnis veröffentlicht werden darf oder nicht.

 

Dieses Recht wird Recht am eigenen Bild oder auch Bildnisrecht genannt. Es ist eine besondere Ausprägung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts. Es schützt den Einzelnen also vor ungewollten Verbreitungen, Veröffentlichungen und Zurschaustellungen seines Bildnisses. Als Bildnis gelten nicht nur Fotos, sondern auch Zeichnungen, Karikaturen, Comics, Gemälde, Videoaufnahmen und andere Darstellungen.

 

Das Recht am eigenen Bild schützt nicht vor ungewollten Foto- oder Videoaufnahmen.


Wann eine Bildveröffentlichung erlaubt oder unerlaubt ist:

"Bildnisse dürfen nur mit Einwilligung des Abgebildeten verbreitet oder öffentlich zur Schau gestellt werden. Die Einwilligung gilt im Zweifel als erteilt, wenn der Abgebildete dafür, dass er sich abbilden ließ, eine Entlohnung erhielt. [...]" - siehe § 22 KUG
Ob eine Veröffentlichung erlaubt ist oder nicht, hängt von mehreren Voraussetzungen ab:

● Erkennbarkeit auf dem Bildnis:

Der Betroffene muss auf dem Bildnis -zumindest abstrakt- erkennbar dargestellt sein.

 

Hierfür ist es unerheblich, ob er auch tatsächlich erkannt wurde oder nicht; die abstrakte Möglichkeit, erkannt zu werden, reicht aus (siehe BGH, Urteil vom 26.06.1979 - VI ZR 108/78). Daher ist es nicht entscheidend, ob das Gesicht des Betroffenen abgebildet ist. Vielmehr kann sich die Erkennbarkeit auch aus dem Kontext der Bildveröffentlichung ergeben. Selbst, wenn der Betroffene nur mit dem Rücken dargestellt ist, kann eine Erkennbarkeit gegeben sein (siehe BGH, Urteil vom 26.06.1979 - VI ZR 108/78). Unerheblich ist auch, ob es sich um ein Gruppenfoto oder ein Einzelporträt handelt.

Vorsicht: Trotz eines schwarzen Balkens vor der Augenpartie oder sonstigen Anonymisierungen kann die Erkennbarkeit daher gegeben sein.

Als Faustregel gilt: Erkennt sich der Betroffene selbst auf dem Bildnis, so kann eine Erkennbarkeit angenommen werden!

● Veröffentlichung oder Verbreitung des Bildes ohne Einwilligung:

Eine Veröffentlichung oder Verbreitung ist grundsätzlich nur mit vorheriger Zustimmung erlaubt. Die Einwilligung ist an keine besondere Form gebunden: sie kann ausdrücklich oder auch stillschweigend erteilt werden. Sie kann auch auf nur bestimmte Veröffentlichungsformen, z.B. auf eine Familiengruppe bei facebook oder whatsapp, beschränkt werden (siehe BGH, Urteil vom 08.05.1956 - I ZR 62/54).

 

Für eine stillschweigende Einwilligung ist es erforderlich, dass der Betroffene die Aufnahme sowie die spätere Verwendung des Bildes gebilligt hat.

Zum Beispiel: Der Betroffene wusste, dass sich vor Ort ein Fernsehteam befand und ihm war es auch klar, dass die Presse die Videoaufnahmen veröffentlicht. Dennoch blieb der Betroffene und lies sich filmen, ohne ausdrücklich gegen die Veröffentlichung zu widersprechen.

Die Einwilligung wird vermutet, wenn der Betroffene Geld für das Foto bekommen hat (siehe § 22 KUG).

Vorsicht: Derjenige, der das Bildnis veröffentlicht oder verbreitet, hat im Zweifel den Beweis für die Einwilligung des Betroffenen zu erbringen (siehe BGH, Urteil vom 08.05.1956 - I ZR 62/54). Fotografen ist daher dringend anzuraten, sich eine schriftliche Einverständniserklärung unterschreiben zu lassen.

Aber selbst, wenn eine Einverständniserklärung vorliegt, kann diese nachträglich noch widerrufen werden.


Wann die Einwilligung ausnahmsweise nicht erforderlich ist:

Unter besonderen Umständen darf ein Bild einer Person auch ohne Einwilligung verbreitet werden. In der Regel ist dies dann der Fall, wenn das Bild für die öffentliche Meinungsbildung wichtig ist. Anhand einer Einzelfallbetrachtung sind daher die öffentlichen Interessen den Interessen des Abgelichteten gegenüber zu stellen und abzuwägen.


Welche Ansprüche Betroffenen bei einer ungewollten Veröffentlichung des Fotos oder Videos zustehen:

Wurde ein Foto unerlaubt veröffentlicht, so müssen Betroffene einen Verstoß gegen das Recht am eigenen Bild nicht tatenlos hinnehmen. Ihnen stehen umfassende Ansprüche zur Seite, um ihre Rechtsposition zu verteidigen.


Wie lange das Recht am eigenen Bild gilt:

Nach dem Tode des Abgebildeten bedarf es bis zum Ablaufe von 10 Jahren der Einwilligung der Angehörigen des Abgebildeten. Angehörige im Sinne dieses Gesetzes sind der überlebende Ehegatte oder Lebenspartner und die Kinder des Abgebildeten und, wenn weder ein Ehegatte oder Lebenspartner noch Kinder vorhanden sind, die Eltern des Abgebildeten." - siehe § 22 Kunsturhebergesetz

Das Recht am eigenen Bild besteht auch nach dem Tod des Betroffenen: bis zu 10 Jahre nach dem Tod wird das Bildnis des Verstorbenen geschützt. Für die Geltendmachung des Rechts sind die verblieben Eheleute, Kinder oder auch Eltern zuständig. Per postmortaler Vollmacht kann aber auch ein beliebiger Dritter mit der Rechtswahrnehmung beauftragt werden. Oft geht diese besondere Vollmacht mit einem Testament einher.


Worauf Fotografen und Bildverwender achten sollten:

Fotografen und Bildverwender haben im Streitfall zu beweisen, dass die abgelichtete Person mit der Aufnahme sowie späteren Verwendung des Bildes einverstanden war. Daher sollte zuvor eine schriftliche Einwilligung eingeholt werden.


Ihr Foto wurde ohne Einwilligung veröffentlicht? - Hier wird Ihnen geholfen!

Von Ihnen wurde ohne Ihr Einverständnis ein Foto veröffentlicht oder aufgenommen? Sie begehren Löschung und Unterlassung? Handelt es sich um ein peinliches oder intimes Foto und nun wollen Sie Schadensersatz geltend machen? Oder werden Sie dazu aufgefordert, ein Foto zu löschen oder droht man Ihnen bereits mit Schadensersatz? - Zögern Sie nicht und lassen Sie sich helfen! Bei uns befinden Sie sich in guten Händen. Egal wo Sie wohnen und gegen wen es geht: Im Bereich der Bildrechte vertreten wir Sie deutschlandweit.

 

Sprechen Sie uns einfach an, damit wir Ihnen weiterhelfen können!

Hier wird Ihnen geholfen!

Gewährleistungsausschluss:

Bitte beachten Sie, dass trotz sorgfältiger Recherche keine Gewähr für die inhaltliche Richtigkeit oder Aktualität, etc. der Informationen übernommen werden kann. Ebenso wird jegliche Haftung ausgeschlossen. Diese Informationen ersetzen keine Rechtsberatung. Die Informationen sind allgemein gehalten, während eine Rechtsberatung sich inhaltlich ganz konkret mit Ihrem persönlichen Anliegen auseinandersetzt. Es ist daher dringend zu empfehlen, dass Sie sich, soweit Sie konkret betroffen sind, unverzüglich mit einem Rechtsanwalt in Verbindung setzten. Stand der Information: Oktober 2016.


Haben Sie eine Frage oder eine Anmerkung zu diesem Thema? - Nutzen Sie die Kommentarfunktion!

Nach Prüfung werden wir Ihre Frage beantworten. Bitte beachten Sie jedoch, dass die Beantwortung Ihrer Rechtsfrage grundsätzlich keine Rechtsberatung ersetzt. Auch hier gilt der Gewährleistungsausschluss. Natürlich freuen wir uns auch über Anmerkungen, Verbesserungsvorschläge und ein Feedback!

Kommentar schreiben

Kommentare: 0