Recht am eigenen Bild: BILD-Zeitung und Axel Springer geben Unterlassungserklärung für ein Leser-Reporter Foto (1414-Foto) ab!

Durch die heimliche Aufnahme eines Fotos, laufen auch BILD-Leser-Reporter Gefahr, umfassenden Ansprüchen des Abgelichteten ausgeliefert zu sein.


Von Ihnen wurde heimlich ein Foto aufgenommen und gar in der BILD-Zeitung oder auf www.bild.de veröffentlicht? Sie sind hiermit nicht einverstanden und wurden auch nicht gefragt? Sie wollen Ihre Rechte geltend machen? - Holen Sie sich von uns eine kostenlose und vollkommen unverbindliche Ersteinschätzung per Email ein! Schreiben Sie uns kurz den Sachverhalt auf und teilen Sie uns den Link zur Fotoveröffentlichung auf www.bild.de mit. Wurde Ihr Foto in der gedruckten BILD-Zeitung verbreitet, dann können Sie uns von dem Artikel gerne einen Scan zukommen lassen. Dies reicht oftmals schon aus, um Ihnen nützliche Anhaltspunkte geben zu können.

 

Schreiben Sie uns einfach eine Email!


Der Sachverhalt: Heimlich von einem BILD-Leserreporter abgelichtet und Tage später in der Zeitung wiedergefunden!

Wir betreuten einen Mandanten, der uns über das Internet ausfindig gemacht hat. Er fuhr als Privatperson mit seinem Motorrad über die Autobahn. Sein Anblick war schon recht außergewöhnlich, da er als Sozius seinen Hund mitführte.

 

Hiervon machte eine ihm unbekannte Person heimlich Fotos und schickte sie an die BILD-1414-Redaktion. Tage später musste unser überraschter Mandant feststellen, dass  sein Foto in der BILD-Zeitung und online auf www.bild.de veröffentlicht war.

 

Nach der Übernahme des Mandats schrieben wir BILD und Axel Springer an und forderten Unterlassung sowie Zahlung der Rechtsanwaltskosten, u.a. ein. Wir wiesen daraufhin, dass es sich bei der Fotoverwendung um eine Verletzung des Bildnisrechts unseres Mandanten handelt, denn schließlich dürfen Privatpersonen nicht nach Belieben fotografiert und deren Fotos sodann in der Presse verwendet werden. Dies gilt jedenfalls dann, wenn die Privatperson weder zur Fotoaufnahme, noch zur weiteren Verwendung die erforderliche Einwilligung erklärte.


BILD GmbH & Co.KG und Axel Springer SE geben Unterlassungserklärung ab und zahlen die Rechtsanwaltsgebühren!

Die Antwort von BILD und Axel Springer kam prompt: Sie löschten den Online-Artikel auf www.bild.de und versprachen, die Fotos nicht mehr zu verwenden. Zudem zahlten Sie auch die Rechtsanwaltsgebühren unseres Mandanten, so dass ihm durch unsere Beauftragung kein Schaden entstanden ist.

Unterlassungserklärung von BILD und Axel Springer

Auszüge aus dem Schreiben:

 

Die BILD GmbH & Co.KG und die Axel Springer SE (Letztere freiwillig und unaufgefordert) verpflichten sich ohne Präjudiz für die Sach- und Rechtslage und ohne Anerkennung einer Rechtspflicht, gleichwohl rechtsverbindlich, gegenüber Herrn XXX, es bei Meidung einer für den Fall der schuldhaften Zuwiderhandlung von Herrn XXX festzusetzenden, im Streitfall der Höhe nach vom zuständigen Gericht zu überprüfenden und an Herrn XXX zu zahlenden Vertragsstrafe, zukünftig zu unterlassen, die nachfolgenden Fotos

 

[..Darstellung zweier Fotos..]

 

zu verbreiten oder zu veröffentlichen, wie in BILD vom XXX 2016 und unter http://www.bild.de/news/leserreporter/leserreporterXXX geschehen."

 

[...]

 

"Die BILD GmbH & Co.KG ist daher bereit, Ihrem Mandanten die Kosten Ihrer Inanspruchnahme in Höhe einer 1,3-Geschäftsgebühr aus einem angemessenen Gegenstandswert von 7.000,00 € zuzüglich Auslagenpauschale und Umsatzsteuer, insgesamt also 650,34 € zu erstatten."


Das Recht am eigenen Bild und Gefahren für BILD-Leserreporter: Es drohen umfassende Unterlassungs- und u.U. auch Schadenersatzansprüche!

BILD-Leser-Reporter kann jeder werden. Dafür müssen die Leser-Reporter einfach "lustige, spektakuläre, spannendene oder kuriose" bei BILD oder BILD.de einsenden. Werden die Fotos verwendet, so erhalten die Leserreporter im Gegenzug eine Honorar der "1414-Redaktion" in Höhe von "bis zu 250 €"; siehe:

2. Die "Pflichtverletzung", die in der Lieferung eines Gebrauchtwagens mit dem unbehebbaren Mangel der Eigenschaft als Unfallwagen liegt, ist im Sinne von § 323 Abs. 5 Satz 2 BGB unerheblich, wenn sich der Mangel allein in einem merkantilen Minderwert des Fahrzeugs auswirkt und dieser weniger als 1% des Kaufpreises beträgt (im Anschluss an die Senatsurteile vom 14. September 2005, VIII ZR 363/04, WM 2005, 2293, unter B II 2, und vom 10. Oktober 2007, VIII ZR 330/06, NJW 2008, 53, unter II 2) (Rn.22).

Quelle: http://www.bild.de/corporate-site/kontakt/bildchannel-home/1414-leserreporter-43944282.bild.html
Quelle: http://www.bild.de/corporate-site/kontakt/bildchannel-home/1414-leserreporter-43944282.bild.html

Doch gerade wenn fremde Person heimlich fotografiert werden, laufen die Leser-Reporter Gefahr, das Recht am eigenen Bild zu verletzten. Handelt es sich insbesondere um eine Privatperson, so kann bereits die Aufnahme eines Fotos eine Verletzung des Allgemeinen Persönlichkeitsrechts darstellen. Denn grundsätzlich darf ein Foto nicht ohne Einwilligung aufgenommen und verwendet werden.

 

Sowohl der BILD-Zeitung als auch dem Leser-Reportern selbst drohen umfassende Ansprüche des Abgelichteten, wenn das Foto ohne Zustimmung verwendet wurde: Nicht nur, dass sie unter Umständen verpflichtet sind, eine Unterlassungserklärung abzugeben und die damit einhergehenden Rechtsanwaltskosten des Abgelichteten zu zahlen haben. Vielmehr könnten sie auch Schadensersatzansprüchen  ausgesetzt sein.



Sie wollen sich gegen die BILD-Zeitungen wenden?

Wurde von Ihnen ohne Zustimmung heimlich ein Foto aufgenommen und veröffentlicht? Sie haben gar einen Schaden erlitten? Sie benötigen anwaltliche Hilfe?

 

Sprechen Sie uns einfach an, damit wir Ihnen weiterhelfen können!

Hier wird Ihnen geholfen!


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Kommentare: 3
  • #1

    Martin (Montag, 23 Januar 2017 11:02)

    Im Grunde ist aber letztlich die BILD-Zeitung verantwortlich für die Veröffentlichung des Bildes. D.h. der Fotografierte kann zwar vom Recht am eigenen Bild Gebrauch machen - aber der Schade, der bei einer unzensierten VÖ entsteht, den hat die BILD-Zeitung zu tragen.

  • #2

    Gerd (Freitag, 02 Juni 2017 10:11)

    Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt Nelke,

    die Bildzeitung reagiert nicht auf meine Anfrage. Von mir wurde auch ein Foto OHNE MEIN WISSEN (!!!) veröffentlicht. Das Foto ist jetzt nicht unvorteilhaft, aber man hätte mich durchaus einfach fragen können. Ich habe die Bildzeitung schon angeschrieben und meinen Anspruch auf Löschung und Unterlassung eingefordert. Bisher tut sich aber nichts! Was kann ich tun?

    Vielen Dank

  • #3

    Antwort zu #2 (Freitag, 02 Juni 2017 10:46)

    Sehr geehrter Gerd,

    Sie können gerne über Email mit mir in Kontakt treten, damit ich für Sie einschätzen kann, ob ein Löschungs- und Unterlassungsanspruch besteht. Sollte die Bildzeitung auf Ihre Aufforderung, das Foto zu löschen, nicht eingegangen sein, so bleibt oftmals kein anderer Ausweg, als einen Rechtsanwalt zu beauftragen. Zumindest ich habe da sehr gute Erfahrungen gemacht und kann mitteilung, dass durch das anwaltliche Einschreitung oftmals eine Klärung veranlasst werden kann, ohne das der Streit vor Gericht ausgetragen werden muss.

    Mit freundlichen Grüßen

    Sven Nelke
    Rechtsanwalt