Recht am eigenen Bild: Muster und Tipp für eine Einwilligung!


Das Recht am eigenen Bild besagt, dass grundsätzlich ohne Einwilligung Bildnisse nicht verbreitet oder veröffentlicht werden dürfen. Im Zweifel haben Fotografen und Bildverwender die Einwilligung der Betroffenen zu beweisen. In diesem Artikel wird dargestellt, was hierbei rechtlich zu beachten ist.

 

Hierzu das Wichtigste in Kürze:

  • Fotografen und Verwender müssen im Streitfall beweisen, dass die abgelichteten Personen mit der Aufnahme und späteren Verwendung des Fotos, Bildes oder Videos einverstanden waren.
  • Um Beweisschwierigkeiten zu vermeiden, sollte möglichst eine schriftliche Einwilligung eingeholt werden.
  • Handelt es sich um eine Vielzahl von Personen -beispielsweise im Rahmen einer Großveranstaltung- dann sollte zumindest durch einen gut sichtbaren Aushang auf das Fotografieren hingewiesen werden.

Holen Sie von uns eine kostenlose und vollkommen unverbindliche Ersteinschätzung per Email ein! Schreiben Sie kurz den Sachverhalt auf. Wenn Ihnen das Foto vorliegt, ist es hilfreich, wenn Sie es Ihrer Email anfügen oder den Link zur Veröffentlichung mitschicken. Dies reicht oftmals schon aus, um Ihnen nützliche Anhaltspunkte geben zu können.  Wenn Sie uns Ihre Telefonnummer hinterlassen, dass rufen wir auch gerne zurück!

 

Schreiben Sie uns einfach eine Email!


Fotografen und Verwender haben die Einwilligung in die Aufnahme und späteren Verwendung des Fotos zu beweisen!

Auf Bildern und Fotos abgelichtete Personen genießen in zweierlei Hinsicht Schutz:

 

Einerseits dürfen sie bestimmen, ob überhaupt ein Foto über sie hergestellt (siehe hier) werden darf. Dies folgt insoweit aus dem Allgemeinen Persönlichkeitsrecht.

 

Andererseits schützt das Recht am eigenen Bild diese Personen vor ungewollten Veröffentlichungen und vor ungewollter Verbreitung des Fotos, Bildes oder Videos.

 

Für eine Erstellung oder Veröffentlichung des Personenbildes bedarf es grundsätzlich der vorherigen Zustimmung der Betroffenen.

 

Der Fotograf sowie die Verwender dieser Personenfotos haben zu beweisen, dass die abgelichtete Person sowohl mit der Aufnahme des Fotos, als auch mit der Verbreitung einverstanden war.

 

Fotografen und Verwendern von Personenfotos ist daher dringend anzuraten, sich eine schriftliche Einwilligung von den abgebildeten Personen einzuholen!

 

Dies führt nämlich dazu, dass im Streitfalle der Beweis  zielsicher geführt werden kann.


Muster für eine Einverständniserklärung zur Bildaufnahme, Veröffentlichung, etc.:

Schon bei Aufnahme sollten Fotografen, die Bilder zu nicht privaten Zwecken anfertigen und auf denen auch Personen abgelichtet werden, sich eine schriftliche Einwilligung einholen.


Das nachfolgende Muster kann hierzu verwendet werden:

Ich,

  • "Sven Nelke" [...Name der dargestellen Person...] 

bin mir bewusst, dass

  • "Max Mustermann" [....Name des Fotografen...] 

heute Fotos und/oder Videoaufnahmen

  • "anlässlich der Weihnachtsfeier in der Kanzlei - Agrippastrasse in 50676 Köln"[...Anlass und Ort der Aufnahme...] 

angefertigt hat und ich auf diesen Fotos zum Teil auch deutlich erkennbar dargestellt bin. Mit den Aufnahmen bin ich einverstanden. Meine Einwilligung gilt auch unbeschränkt für die private und/oder kommerzielle Nutzung - Veröffentlichung, Verbreitung, Nutzung, Bearbeitung und Weitergabe - in Digitalform und Printform durch den Fotografen oder aber auch durch Dritte. Meine Einwilligung ist zeitlich sowie örtlich nicht beschränkt und gilt für alle Vertriebs- und Veröffentlichungsformen. Auf die zukünftige Geltendmachung von Unterlassungsansprüchen gegen die vorbezeichnete Verwendung meiner Bildnisse verzichte ich bereits an dieser Stelle.

  • "Köln, den 21.7.15 - Sven Nelke" [...Ort, Datum und Unterschrift...]

Tipp: Buch führen!

Da dies gerade bei einer größeren Veranstaltung zu einer unsäglichen Zettelwirtschaft führt, bietet es sich an, ein Heft zu führen. Sie können den Einwilligungstext auf der ersten Seite formulieren. Auf den Folgeseiten sollten dann die abgelichteten Personen nur noch unterschreiben. Dies hat den Vorteil, dass Sie alle erforderlichen Unterschriften zu dem Shooting gebündelt beisammen haben.


Sie benötigen individuelle Mustervorlagen für Ihre Tätigkeit? - Wir helfen Ihnen!

Gerade für Fotografen, die regelmäßig Fotografien verwenden, ist es wichtig, juristisch gut aufgestellt zu sein. Gerne erarbeiten wir für Sie Musterformulare, welche auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind. Hierbei beachten wir natürlich auch Vorgaben des Datenschutzrechtes, so dass Sie bestmöglich abgesichert werden!

Wir werden  Ihnen Musterverträge oder Mustereinwilligungserklärungen unter Beachtung aktueller Rechtslage entwerfen, damit Sie sich als Fotograf entsannt auf Ihr Kerngeschäft konzentrieren können!

Hier wird Ihnen geholfen!

Sollten Sie Fragen zum Thema Urheberrecht haben, so können Sie sich hier informieren.


Gewährleistungsausschluss:

Bitte beachten Sie, dass trotz sorgfältiger Recherche keine Gewähr für die inhaltliche Richtigkeit oder Aktualität, etc. der Informationen übernommen werden kann. Ebenso wird jegliche Haftung ausgeschlossen. Diese Informationen ersetzen keine Rechtsberatung. Die Informationen sind allgemein gehalten, während eine Rechtsberatung sich inhaltlich ganz konkret mit Ihrem persönlichen Anliegen auseinandersetzt. Es ist daher dringend zu empfehlen, dass Sie sich, soweit Sie konkret betroffen sind, unverzüglich mit einem Rechtsanwalt in Verbindung setzten. Stand der Information: Oktober 2016.


Haben Sie eine Frage oder eine Anmerkung zu diesem Thema? - Nutzen Sie die Kommentarfunktion!

Nach Prüfung werden wir Ihre Frage beantworten. Bitte beachten Sie jedoch, dass die Beantwortung Ihrer Rechtsfrage grundsätzlich keine Rechtsberatung ersetzt. Auch hier gilt der Gewährleistungsausschluss. Natürlich freuen wir uns auch über Anmerkungen, Verbesserungsvorschläge und ein Feedback!

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Kommentare: 25
  • #1

    Michael Weißenberger (Montag, 14 Mai 2018 09:44)

    Ich bin Pressefotograf und fotografiere auch zum Teil in Diskotheken oder auf Events wie soll ich in Zukunft vorgehen ich bitte um hilfe

    Michael-weissenberger@gmx.de

  • #2

    Antwort zu #1 (Montag, 14 Mai 2018 13:57)

    Guten Tag,

    die Anwendung des Datenschutzes und jetzt der DSGVO auf Fotografien ist seit je her umstritten. Ich bin der Meinung, dass die Aufnahme einer Menschenmenge bei einer öffentlichen Veranstaltung auch in Zukunft nach persönlichkeitsrechtlichen Gesichtspunkten zulässig bleibt, selbst wenn nur einzelne Teilnehmer in Ihrer Eigenschaft als Teil der Masse aufgenommen werden. Die Verbreitung sollte nach dem KUG ebenfalls zulässig sein.

    Dies kann man aber auch anders sehen. Der Datenschutzbeauftragte aus Hamburg sieht die DSGVO grundsätzlich auf Personenfotos anwendbar, kommt aber auch zu dem Ergebnis, dass das Fotografieren Menschenmassen wegen Unzumutbarkeit der Einholung von schriftlichen Einwilligungen der Teilnehmer auch ohne Einwilligung erlaubt bleibt; siehe: https://www.filmverband-suedwest.de/wp-content/uploads/2018/05/Vermerk_DSGVO.pdf

    Falls möglich ist es immer ratsam, am Eingang des Veranstaltungsort per Schild kurz darüfer zu informieren, dass ein Pressefotograf anwesend ist und er Bilder macht.

    Mit freundlichen Grüßen

    Sven Nelke
    Rechtsanwalt

  • #3

    K.L. (Dienstag, 15 Mai 2018 13:32)

    Guten Tag, wir haben jedes Jahr eine Veranstaltung mit ca. 100 Kindern die in Zelten übernachten und ein paar schöne Tage verbringen. Dabei werden auch Fotos von diesen gemacht. Nun ist es so, das alle Eltern Bilder sehen möchten, ich diese aber nicht bei Facebook und Co. posten darf weil es immer einen Teil gibt der genau das das nicht möchte.
    Wie kann ich die Bilder veröffentlichen ohne gegen irgend etwas zu verstoßen?

  • #4

    Antwort zu #3 (Dienstag, 15 Mai 2018 15:31)

    Guten Tag,

    es handelt sich um eine Veranstaltung, so dass grundsätzlich Fotos ohne Einverständnis verbreitet werden dürften. Allerdings handelt es sich auch um Kinderfotos, weswegen Sie durchaus gut tun, Vorsicht walten zu lassen.

    An Ihrer Stelle würde ich es so rechtssicher wie möglich gestalten und mir von allen Eltern eine schriftliche Einverständniserklärung geben lassen, dass die Fotos angefertigt udn sodann über Facebook verbreitet werden dürfen. Sollten einige Eltern dies verweigern, dann sollten Sie nur Fotos der Kinder verbreiten, deren Eltern auch eingewilligt haben. Wobei auch hier eine Verbreitung von Gruppenfotos auch ohne Einwilligung eher zulässig sein dürfte.

    Mit freundlichen Grüßen

    Sven Nelke
    Rechtsanwalt

  • #5

    Gert Battermann (Sonntag, 03 Juni 2018 16:12)

    Ich habe eine Dorfchronik mit einer Dorfbildersammlung ins Internet gestellt und pflege diese Homepage.
    In der Bildersammlung sind viele Bilder mit Personen, Gruppen und den betreffenden Namen aufgeführt. Ich beabsichtige von diesen Personen eine Einverständniserklärung einzuholen. Wie sollte diese aussehen?

  • #6

    Bernhard G. (Mittwoch, 06 Juni 2018 10:14)

    Guten Morgen!
    Wir möchten unseren Sohn (8) zu einem einwöchigen Fußballcamp in den Sommerferien anmelden, die AGB enthalten einen Passus über Bildrechte, wie er oftmals in AGB von solchen Veranstaltungen auftaucht, allerdings ist hier auch von Namensnennung und Übertragung der Rechte an Dritte die Rede, siehe nachfolgenden Ausschnitt aus den AGB. Da haben wir wirklich Bauchschmerzen. Wir möchten nicht, dass ein Bild unseres Sohnes mit vollständiger Namensnennung im Netz kursiert oder gar sämtliche Rechte des Bildes an Dritte übertragen werden könne. Gibt es hierzu eine praktikable Handhabe?
    Besten Dank und herzlichen Gruß!
    Hier der Auszug aus den AGB der Fußballschule:

    ... Die Teilnehmer und ihre gesetzlichen Vertreter räumen der xxxx-Fußballschule unentgeltich, unwiederruflich sowie exklusiv, zeitlich, räumlich und inhaltlich unbeschränkt sämtliche Nutzungsrechte an allen Bild- und Tonträgern sowie sonstigen Produkten und Leistungen ein .......... Bei der Auswertung der Rechte darf der Vor- und Nachname des Kindes genannt werden. Sämtliche Rechte dürfen auch an Dritte übertagen werden......

  • #7

    Antwort zu #5 (Mittwoch, 06 Juni 2018 14:34)

    Guten Tag,

    bitte haben Sie Verständnis dafür, dass ich Ihre Anfrage nicht in diesem Rahmen beantworten kann. Die Erstellung einer Einwilligungserklärung wird im Rahmen der Mandantsvergabe bearbeitet, weil dies nicht wenig Arbeit macht. Grundsätzlich können Sie sich an dem obigen Muster orientieren.

    Mit freundlichen Grüßen

    Sven Nelke
    Rechtsanwalt

  • #8

    Antwort zu #6 (Mittwoch, 06 Juni 2018 14:38)

    Guten Tag,

    Ihre Bauchschmerzen kann ich verstehen. Sie sollten mit dem Veranstalter reden und nachfragen, ob Sie den Passus zwingend zu erklären haben, weil Sie das eben nicht wünschen. Falls der Veranstalter grünes Licht signalisiert, dann sollten Sie den Passus einfach im Vertrag streichen und sich sodann eine Kopie hiervon machen. Besteht der Veranstalter jedoch darauf, dann müssen Sie abwägen, ob Ihr Sohn dennoch zur Fußballschule gehen soll.

    Mit freundlichen Grüßen

    Sven Nelke
    Rechtsanwalt

  • #9

    Ramin (Samstag, 09 Juni 2018 07:54)

    Guten Tag,ich bin Fotograf bin aber Anfänger was Datenschutz ect. angeht,muss ich eine schriftliche Genehmigung unterschreiben lassen wenn ich auf FB/Instsgram die Bilder des Brautpaares veröffentliche oder reicht es wenn Sie es mir mündlich zugesagt haben.Vielen Dank für Ihre Hilfe

  • #10

    Antwort zu #9 (Sonntag, 10 Juni 2018 22:09)

    Hallo Ramin,

    grundsätzlich reicht ein mündliche Einwilligung aus. Beachten Sie aber, dass Sie die Einwilligung im Streitfall zu beweisen haben. Hart auf Hart steht dann Aussage gegen Aussage. Dies geht zu Ihren Lasten. (Siehe Fließtext oben!) Deswegen rate ich Fotografen insbesondere: Investieren Sie in eine gute Einwilligungserklärung.

    Mit freundlichen Grüßen

    Sven Nelke
    Rechtsanwalt

  • #11

    Antje K. (Mittwoch, 20 Juni 2018 07:41)

    Hallo

    Ich bin Hobby Fotografin und mache privat Fotos auf einer auf Privatgelände befindlichen Motocross Strecke.
    Meine Frage: Darf man diese Einverständniserklärung auch auf einen längeren Zeitraum nutzen?
    Oder sollte ich mir so einen immer vom jeweiligen Tag unterschreiben lassen?

    Antjekleist@gmx.de

  • #12

    Philipp Kersting (Mittwoch, 20 Juni 2018 08:29)

    Hallo, ich bin freiberuflicher Musiker und Kreativdozent. Ich führe regelmäßig Musik- & Medienprojekte mit Kindern und Jugendlichen durch, deren Endergebnis eigens komponierte Musiktitel sind, die die Kids im Studio einsingen und/oder ein Video, in dem die Kids ihren Song performen. Dazu habe ich mir bisher mit einer Einverständniserklärung und Rechteübertragung das uneingeschränkte Nutzungs- und Verwertungsrecht für Bild- und Tonaufnahmen eingeholt. Schließlich sollen die Ergebnisse öffentlich gezeigt werden dürfen (auch zur Eigenwerbung für mich und den Einrichtungen für die ich tätig bin). Nun stellt sich im Zusammenhang mit der DSGVO die Frage, ob das (evtl. im Zusammenspiel dem KUG) weiter so zulässig ist, oder ob die Eltern zukünftig das Recht haben (müssen) diese Einwilligung jederzeit zu widerrufen, was einem
    Todesurteil für solche Projekte gleich käme. Wie muss du da zukünftig verfahren? Besten Dank vorab!

  • #13

    Antwort zu #11 (Mittwoch, 20 Juni 2018 10:36)

    Guten Tag,

    ich weiß bei bestem Willen nicht, welche Einverständniserklärung Sie meinen. Wenn Sie den Sachverhalt ausführlicher beschreiben, kann ich Ihnen vielleicht eine Antwort geben.

    Mit freundlichen Grüßen

    Sven Nelke
    Rechtsanwalt

  • #14

    Antwort zu #12 (Mittwoch, 20 Juni 2018 10:44)

    Guten Tag,

    ob die Datenschutzgrundverordnung auf Fotos/Stimmaufnahmen wie Anwendung findet, ist umstritten, siehe: https://www.recht.help/selfpublisher#Anker11

    Ich selber würde Ihnen auf jeden Fall raten, die bisherige Erklärung um datenschutzrechtliche Bestimmungen zu ergänzen, denn Sie erheben alleine durch das ausfüllen und unterzeichnen lassen der Einverständniserklärungen personenbezogene Daten wie Namen und Adressen. Folglich findet die Datenschutzerklärung auch insoweit Anwendung.

    Im Übrigen vertrete ich die Meinung, dass sich die Anforderungen bezüglich der Aufnahme und Verwertung von Personenfotos durch die Einführung der DSGVO nicht verändert haben und dass zumindest diesbezüglich alte Einverständniserklärungen nicht angepasst werden müssen.

    Wie gesagt, das ist jedoch umstritten. Deswegen rate ich meinen Mandanten, auch insoweit die DSGVO im Auge zu halten. Sicher ist sicher.

    Mit freundlichen Grüßen

    Sven Nelke
    Rechtsanwalt

  • #15

    Maik (Montag, 02 Juli 2018 16:51)

    Hallo, ich wurde auf einer Postkarte wiedererkannt, die bei Karstadt verkauft wird. Es ist eine XXL Postkarte mit mir als einzelner Sportler von der Seite im Vordergrund des Bildes, mit eindeutigen Merkmalen von mir und dem Sportgerät. Habe diese Postkarte erworben und kenne den Fotografen jetzt. Was sind meine Optionen? Danke

  • #16

    Antwort zu zu #15 (Dienstag, 03 Juli 2018 10:42)

    Guten Tag,

    es wäre noch zu prüfen, in welchem Kontext das Foto aufgenommen wurde und wie Sie dargestellt sind. Ihre Optionen wären die Geltendmachung von

    - einem Anspruch auf Unterlassung;
    - einem Anspruch auf Löschung;
    - einem Anspruch auf Zahlung einer Geltentschädigung.

    Bezüglich letzterer Option haben Sie ein Wahlrecht: Sie können

    - den Ersatz des tatsächlichen Schadens einschließlich eines entgangenen Gewinns (§ 252 BGB),
    - Herausgabe des Verletzergewinns (also das, was mit dem Foto erwirtschaftet wurde nach § 97 Abs. 2 S. 2 UrhG),
    - oder die Zahlung einer angemessenen Lizenzgebühr nach den Grundsätzen der Lizenzanalogie (§ 97 Abs. 2 S. 3 UrhG) verlangen.

    Diese Ansprüche können Sie gegenüber dem Fotografen geltend machen. Gegenüber Karstadt können Sie wohl nur Unterlassung und Löschung verlangen. Für den Schadensersatz ist nämlich als weitere Voraussetzung notwendig, dass die unerlaubte Bildverwendung vorsätzlich oder fahrlässig begangen wurde. Das kann ich nicht abschätzen. Ich gehe davon aus, dass der Fotograf gegenüber Karstadt die Rechtmäßigkeit versicherte. Fraglich ist jedoch, ob Karstadt dies nachprüfte oder nicht. Nach dem Urteil des OLG Hamm vom 17.11.2015 - 4 U 34/15 hätte Karstadt fahrlässig gehandelt, wenn sie eine Prüfung unterlassen haben (siehe https://www.justiz.nrw.de/nrwe/olgs/hamm/j2015/4_U_34_15_Urteil_20151117.html). Dies ist jedoch zu prüfen. Grundsätzlich sollte man es bezüglich Karstadt aber zumindest außergerichtlich versuchen, um die vorbezeichneten Voraussetzungen selbst einschätzen zu können.

    Wenn Sie anwaltliche Hilfe benötigen, dann können Sie es uns gerne wissen lassen. Wir wünschen viel Erfolg!

    Mit freundlichen Grüßen

    Sven Nelke
    Rechtsanwalt

  • #17

    Silvana Kirchner (Mittwoch, 11 Juli 2018 15:04)

    Guten Tag!
    Als Kleinunternehmerin möchte ich eine Homepage erstellen. Ich bin Fotografin. Auf der Homepage möchte ich selbstverständlich Bilder zu Werbezwecken präsentieren und daher von all meinen Kunden eine schriftliche Einwilligung einholen.
    Haben Sie hierfür ein Muster für mich bzw was käme an Kosten für die Erstellung so einer Einwilligung auf mich zu?
    Herzliche Grüße,
    Silvana Kirchner

  • #18

    Antwort zu #17 (Mittwoch, 11 Juli 2018 17:37)

    Sehr geehrte Frau Kirchner,

    ich habe einen Mustervertrag für Fotografen. Den habe ich sogar neulich erst überarbeitet. Es handelt sich um einen Dienstleistungsvertrag also einen Shootingvertrag, der sowohl für Studioshootings als auch auf solche im Rahmen von Veranstaltungen anwendbar ist. Dort ist auch die Übertragung von Bildnisrechten auf den Fotografen zum Zwecke der Werbung/Vermarktung geregelt. Auch ist die erforderliche Belehrung nach dem neuen Datenschutz (DSGVO) bereits eingefügt. Den Vertrag könnte ich auf Ihre Bedürfnisse hin anpassen. Pauschale Klauseln reichen nicht aus. Schon alleine für die Datenschutzerklärung ist es wichtig, Ihre Datenvereinbarungsprozesse zu kennen.

    Natürlich ist es aber auch nur möglich, eine Einverständniserklärung bzgl. der Verwendung der Fotos ausfertigen zu lassen. Das macht für Sie dann Sinn, wenn Sie schon über gute Shootingverträge und Datenschutzerklärungen verfügen.

    Die Ausarbeitung setzt jedoch ein kostenpflichtiges Mandat voraus. Kostenlos kann ich dies nicht für Sie tun, da ich hiervon lebe. Ich bitte um Verständnis.

    Die Kosten kann ich noch nicht abschätzen. Wir berechnen für deratige Tätigkeiten 150€ netto / Stunde. Dies beinhaltet ersteinmal das Telefonat. Dieses ist wichtig, damit ich mir die nötigen Informationen beschaffen und die den Vertrag oder die Erklärung für Sie ganz individuell ausfertigen kann.
    Gerne wünschen unsere Mandanten, dass wir die Internetseite dann auch prüfen und rechtssicher gestalten.

    Erfahrungsgemäß dauert die Ausarbeitung von Verträgen 2-3 Stunden, wenn die Mandantschaft zuarbeitet und z.B. die Links von Datenschutzerklärungen zur Verfügung stellen.

    Im Übrigen vereinbaren wir auch Pauschalen, aber dies erst, nachdem wir den Arbeitsaufwand zumindest grob abschätzen können.

    Falls Interesse besteht, lassen Sie es mich gerne wissen. Gerne können Sie auch einfach anrufen und ich kann Ihnen bezüglich der Kosten meine Einschätzung am Telefon mitteilen.


    Mit freundlichen Grüßen

    Sven Nelke
    Rechtsanwalt

  • #19

    Nicole (Mittwoch, 18 Juli 2018 19:01)

    "Außerdem genehmige ich für die Durchführung der Veranstaltung die Speicherung meiner o. g. Daten sowie die Benutzung von Fotos, die mich oder mein Fahrzeug abbilden, auf der Homepage des XY-Club e.V. und bei Presseveröffentlichungen."

    Kann ich an dieser Veranstaltung also nur teilnehmen, wenn ich komplett auf mein Persönlichkeitsrecht verzichten? Sie geht über drei Tage und nicht alles was da passiert will man in der Öffentlichkeit sehen.

  • #20

    Sabine (Mittwoch, 18 Juli 2018 19:14)

    Hallo
    Ich bin Hobbyfotografin und mache seit 10 Jahren Fotos bei unserem Schützenfest. Diese Fotos werden später auf der Internetseite des Vereins präsentiert. Auf den Fotos sind sowohl Vereinsmitglieder wie auch Gäste der Veranstaltung zu sehen. Ebenso gibt es Fotos von Einzelpersonen, Gruppenfotos (Tanzfläche etc) und auch Menschenmenge (der gesamte Platz) . Ist dies nach der neuen Verordnung noch alles rechtens? Und fällt somit unter "öffentliches Interesse"? Oder benötige ich von allen Personen eine schriftliche Zustimmung?

  • #21

    Antwort zu #19 (Donnerstag, 19 Juli 2018 00:00)

    Sehr geehrte Nicole,

    ich verstehe die Bestimmung, die vermutlich Teil "Allgemeiner Geschäftsbedingungen" bzw. "Allgemeiner Veranstaltungsbedingungen" sind, so:

    Es handelt sich um eine öffentliche Veranstaltung mit Publikum (vermutlich eine Autoausstellung oder eine Rennveranstaltung - aufgrund des "e.V." gehe ich von einem Oldtimertreff aus). Die Veranstalter wollen im Rahmen der Veranstaltung Fotos anfertigen und sich vorbehalten, diese zu veröffentlichen. Wahrscheinlich werden auch Preise ausgelobt und "Sieger" (oder so ähnlich) gekürt werden. Hierbei wollen die Veranstalter sich vorbehalten, diese namentlich zu erwähnen. Die Verwendung der Fotos und Daten soll auf der Internetseite der Veranstaltung (ggf. als "Highlight" zu Werbezwecken) veröffentlicht werden. Hierbei will man sich aber vorbehalten, Fotos und auch Daten an die Presse zu übergeben. Vermutlich erhofft man sich eine Breitenwirkung zu erzielen und den Bekanntheitsgrade der Veranstaltung zu vergrößern (Stichwort: Marketing).

    Dies ist zulässig und wäre im übrigen auch zulässig, wenn der Veranstalter nicht drauf hinweisen würde. Natürlich haben Sie immer einen Anspruch darauf, dass keine intimen oder privaten Fotos von Ihnen verbreitet werden. Aber die Verbreitung von Fotos, die Sie entweder als Teilnehmerin oder in typischer Weise als Teil des Publikums ablichten, wäre ohnehin erlaubt. Dies ist bei allen öffentlichen Veranstaltungen und insbesondere Großveranstaltungen so. Hier besteht immer die Gefahr, dass sein Bildnis sodann in einem Zeitungsartikel, o.ä. veröffentlicht wird. In der Regel ist dies auch zulässig.

    In der Tat wäre wohl die einzige Option, dies zu vermeiden, nicht an der Veranstaltung teilzunehmen. Wenn Sie sich unsicher sind, was der Veranstalter damit genau meint, dann fragen Sie ihn doch einfach. Sie haben im übrigen nachdem neuen Datenschutzgesetz (DSGVO) hierauf einen Anspruch. Immerhin ist dem Veranstalter zugute zu halten, dass er sich um Aufklärung bemüht.

    Bitte beachten Sie, dass ich die Rechtslage nicht zielsicher einschätzen kann, da mir die gesamten Veranstaltungsbedingungen weder vorliegen, noch kenne ich die Veranstaltung selbst.

    Ich hoffe, Ihnen ein wenig weitergeholfen zu haben und bedanke mich für Ihre Anfrage.

    Mit freundlichen Grüßen

    Sven Nelke
    Rechtsanwalt

  • #22

    Nachtrag zu #21 (Donnerstag, 19 Juli 2018 00:43)

    P.S.: Bei meiner Antwort habe ich mich von nachfolgender Entscheidung leiten lassen:

    https://www.recht.help/bgh-vi-zr-197-13/
    (URL ist zu kopieren und in die URL-Zeile einzufügen, um zur Fundstelle zu gelangen)

    Diese Entscheidung ist lesenswert und beantwortet einige offene Fragen.

  • #23

    Antwort zu #20 (Donnerstag, 19 Juli 2018 00:46)

    Hallo Sabine,

    an Ihrer Stelle würde ich einen oder mehrere gut sichtbare Aushänge machen, die die Teilnehmer darauf hinweisen, dass Fotos für die Darstellung auf der Vereinsseite angefertigt werden und hierbei auch das Publikum fotografiert wird. Mit Datenschutz und auch mit der Veröffentlichung der Fotos haben Sie sich weniger zu beschäftigen. Vielmehr verwendet der Verein letztendlich die Fotos und es ist dessen Angelegenheit, sich mit diesen Themen zu befassen. Aber auch hier will ich beruhigen: die Verwendung dürfte grundsätzlich auch ohne Einwilligung zulässig sein.

    Bitte beachten Sie, dass das Thema Datenschutz aktuell unsicher ist. Die Spannbreite möglicher Antworten reicht "von ja bis nein". Ich gehöre zu den moderaten Vertretern und empfehle stets zumutbare Anstrengungen. In meiner Rechtsansicht lasse ich mich aufgrund folgender Regelung leiten: Gemäß Art. 14 Abs. 5 lit. b Var. 1 und 2 DSGVO besteht eine Informationspflicht nicht, wenn die Erteilung der Informationen unmöglich ist oder einen unverhältnismäßigen Aufwand erfordern würde. Die ist in der Regel bei öffentlichen Veranstaltung der Fall. (Es gibt noch andere Rechtsgründe, auf die ich meine Überlegung stützte.)

    Jedenfalls will ich Ihnen für den Aushang auch einen Formulierungsvorschlag an die Hand geben:

    "Liebes Publikum, bitte beachten Sie, dass heute Fotos gefertigt werden, die mitunter Sie ablichten könnten. Die schönsten Momente wollen wir auf unserer Internetseite "www.recht.help" veröffentlichen. Wenn Sie dies nicht wünschen, dann geben Sie unserem Fotografen doch einen Hinweis. Dieser wird dann versuchen, Sie nicht zu fotografieren. Ansonsten wünschen wir viel Freude auf unserer Veranstaltung! Ihr Sven Nelke"

    Bitte beachten Sie auch den vorherigen Eintrag zu #21.

    Mit freundlichen Grüßen

    Sven Nelke
    Rechtsanwalt

  • #24

    Nick Freund (Donnerstag, 19 Juli 2018 15:44)

    Hallo zusammen, die Kunden kommen auf uns zu und wollen Fotos von sich, sei es für Website, XING privat oder einfach so. Eigentlich bestehen für beide Parteien Rechte, zum einen hat der Kunde sein Persönlichkeitsrecht und Nutzungsrecht und zum anderen habe ich meine Urheberrechte. Selbstverständlich respektiere ich seine Persönlichkeitsrechte und veröffentliche keine Fotos ohne seine Zustimmung, bzw einen entsprechenden Vertrag. Der Kunde muss auch meine Rechte, in diesem Falle die Urheberrechte respektieren und bei Verwendung der Bilder im Netzt z.B. immer meine Rechte am Bild kennzeichnen. Wie sieht es nun aus wenn der Kunde kommt und möchte das ich die Bilder löschen soll, wie kann ich nachweisen das ich der Urheber bin? Jetzt würde z.B. der Kunde meinen Namen nicht mehr bei seinen Bildern vermerken oder gar diese Bilder kommerziell vermarkten? Ich bin der festen Überzeugung das man als Urheber das Recht hat die Daten zwecks Urhebernachweis auf Lebenszeit archivieren zu dürfen. Oder wie sehen Sie das? Beste Grüße, Nick Freund, www.freund-foto.de

  • #25

    Antwort zu #24 (Freitag, 20 Juli 2018 11:59)

    Sehr geehrter Herr Freund,

    ich sehe das auch so. Als Fotograf sollten Sie auf schriftliche Shootingverträge setzten und schriftliche Absprachen mit den Kunden treffen. So könnte bestimmt werden, dass bei Veröffentlichung Sie als Urheber genannt werden, u.a.. Dies ist zwar nicht zwingend erforderlich, jedoch hilft es Ihnen, im Streit den Beweis zu führen.

    Bezüglich etwaigen Löschungswünschen der Kunden habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Grundsätzlich ließe sich Ihre Anfrage je nach Einzelfall in beide Richtungen beantworten. Ich würde dem Löschungsverlangen jedenfalls dann ein höheres Gewicht zusprechen, wenn der Kunde für das Fotoshooting bezahlt hat.
    Fotos dürfen lebenslang gelagert werden, es sei denn, sie sind zu löschen. Das wäre dann der Fall, wenn eine Kunde ein berechtigtes Löschungsverlangen geltend macht.

    Den Urheberrechtsnachweis können Sie durch Nachweis der Anfertigung führen. Ggf. auch im Wege der Vorlage einer Versicherung an Eides statt.

    Wie gesagt, alle Fragen lassen sich durch einen ordentlichen Shootingvertrag regeln, den Sie sich anfertigen sollten.

    Mit freundlichen Grüßen

    Sven Nelke
    Rechtsanwalt