Recht am Eigenen Bild bei Whatsapp!

Auch das Teilen von Bildern oder Videos oder die Verwendung als Statusfoto oder Profilfoto bei Whatsapp stellen grundsätzlich einen Eingriff in das Recht am eigenen Bild des Abgelichteten dar, wenn die Einwilligung des Betroffenen fehlt. Ein Verstoß kann zu teuren Unterlassungs- und Schadensersatzansprüchen führen!


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Quelle. WhatsApp

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Das Recht am eigenen Bild wird gerade bei Messenger wie Whatsapp schnell verletzt!

Das Recht am eigenen Bild schützt die Abgebildeten vor ungewollter und unerlaubter Verbreitung und Veröffentlichung eines Fotos oder Videos. Heutezutage ist es schon fast normal, dass man einfach so ein Bild schiesst und es mit Freunden und Familie bei Whatsapp teilt. Lässt das Foto jedoch eine andere Person erkennen, so könnte das Verbreiten des Bildes schnell eine Verletzung des Bildnisrechtes der abgelichteten Person bedeuten.


Wann  ist das das Teilen (=Versenden, Nutzung als Profilfoto oder als Statusanzeige) eines Personenfotos bei Whatsapp erlaubt?

Grundsätzlich darf ein Foto nur mit Zustimmung der abgelichteten Person verbreitet werden.Für Whatsapp gilt nichts anderes:

 

Die Erlaubnis der abgebildeten Person ist grundsätzlich erforderlich!

 

Oft ist es jedoch so, dass der Abgebildete überhaupt keine Erlaubnis erteilt hat. Wer fragt schon vor jeden Schnappschuss um Zustimmung?

 

Auch ohne Zustimmung kann eine Fotoverbreitung ausnahmsweise in folgenden Fällen erlaubt sein:

  • Es handelt sich um ein Bild einer prominenten Person, die diese in der Öffentlichkeit zeigt.
  • Es handelt sich um eine Landschafts-, bzw. Panoramaaufnahme und die Person ist nur beiläufig als Beiwerk zu sehen.
  • Die Person ist Teilnehmer einer öffentlichen Veranstaltung, wie eines Festes oder einer Demo.

Welche Ansprüche stehen mir zu, wenn mein Foto bei WhatsApp (u.a.) ohne Einwillung und Rechtfertigung geteilt wird?

Wurde ein Foto unerlaubt veröffentlicht, so hat der Betroffene einen Anspruch auf Unterlassung und Löschung (siehe § 37 KUG) oder Herausgabe (siehe § 38 KUG) des Bildes. Bei der Herausgabe hat der Betroffene aber eine angemessene Vergütung zu entrichten.

 

Zudem darf der Betroffene Auskunft verlangen,  wo, wie und wann das Foto oder Video veröffentlicht und an wen es herausgegeben wurde.

 

Schließlich kommt ein Anspruch auf Schadensersatz in Betracht: Je größer der Verbreitungsfaktor und je unangenehmer die Veröffentlichung, desto höher fällt der Schadensersatzanspruch aus. Auch spielt die Art der Fotos und ob diese in die Intims- oder Privatsspähre eingreifen eine Rolle. Zum Beispiel kann bei einer Veröffentlichung von  Nacktfotos und Erotikfotos schnell 25.000 € fällig werden (hier: Verbreitung von drei Nacktfotos der Ex-Freundin - siehe  LG Kiel, Urteil vom 27.04.2006 -  4 O 251/05).

 

Bei einer kommerziellen Nutzung, muss der Verwender Ausgleich in Höhe der üblichen Lizenz leisten (siehe BGH, Urteil vom 14.04.1992 - VI ZR 285/91).

 

Als Anspruchsgegner kommt einerseits derjenige in der Betracht, der das Foto erstmalig veröffentlichte. Andererseits können Ansprüche aber auch gegen die Betreiber der Interseite (z.B. facebook, twitter, instagram, youtube) sowie gegen Suchmaschinenanbieter (z.B. google, bing, etc.) geltend gemacht werden. Darüber hinaus können auch die Personen, die das Foto oder Video als Hyperlink auf der eigenen Internetseite einbetten oder im sozialen Netzwerk posten, Anspruchsgegner sein. Die Verlinkung stellt nämlich eine öffentliche Zurschaustellung dar und ist damit grundsätzlich "erlaubnispflichtig" (siehe OLG München, Urteil vom 26.06.2007 - 18 U 2067/07).

 

Zudem müssen unberechtigte Verwender auch eine Strafe fürchten:

 

"Mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer [..widerrechtlich..] ein Bildnis verbreitet oder öffentlich zur Schau stellt" (siehe § 33 KUG).

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass Ihnen als Betroffener folgende Ansprüche zustehen:

  • Unterlassung = die Gegenseite hat strafbewehrt zu erklären, Ihr Bild zukünftig nicht mehr zu wie geschehen zu verwenden;
  • Löschung = die Gegenseite hat Ihr Foto zu löschen;
  • Auskunft = die Gegenseite hat Ihnen mitzuteilen, an wen sie Ihr Foto alles weitergeleitet hat;
  • Schadensersatz = bei einer schweren Persönlichkeitsrechtsverletzung steht Ihnen eine immaterielle Geldentschädigung zu (z.B. bei Nacktfotos).


Ein Foto oder Video wird von Ihnen ungewollt über Whatsapp an Dritte gesendet oder gar als Profilfoto genutzt?

Von Ihnen wurde ohne Ihr Einverständnis ein Foto veröffentlicht oder aufgenommen? Sie begehren Löschung und Unterlassung? Handelt es sich um ein peinliches oder intimes Foto und nun wollen Sie Schadensersatz geltend machen? Oder werden Sie dazu aufgefordert, ein Foto zu löschen oder droht man Ihnen bereits mit Schadensersatz? - Zögern Sie nicht und lassen Sie sich helfen! Bei uns befinden Sie sich in guten Händen. Egal wo Sie wohnen und gegen wen es geht: Im Bereich der Bildrechte vertreten wir Sie deutschlandweit.

Wir werden Ihnen helfen!

Hier wird Ihnen geholfen!


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Kommentare: 28
  • #1

    Edda Schell (Sonntag, 17 Juni 2018 22:52)

    Hallo!
    Ich sehe mich gerade zum ersten Mal mit diesem Problem wirklich konfrontiert. Anfang des Jahres brach ich aus diversen Gründen den Kontakt zu meiner Mutter ab. Heute bekomme ich eine Nachricht von einem bekannten, dass meine Mutter ein Gruppenbild meiner Geschwister und mir als Profilbild bei Whatsapp hat.
    Ich empfinde das als sehr unangenehm. Ich möchte nicht, dass sie mich dafür missbraucht ihren Freunden vorzugaukeln, was für eine tolle Mutter sie ist.
    Wenn sie das Foto nicht auf meine Anfrage hin ändert, kann ich rechtlich etwas tun?
    Sie selbst ist nicht einmal auf dem Foto zu sehen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Edda Schell

  • #2

    Antwort zu #1 (Montag, 18 Juni 2018 09:55)

    Guten Tag,

    in der Tat dürfte die Verwendung Ihres Bildnisses durch Ihre Mutter rechtswidrig sein, da Sie nicht derart eingewilligt haben. Sie haben einen Anspruch darauf, dass Ihre Mutter dies unterlässt. Der Unterlassungsanspruch bewirkt einerseits, dass Ihre Mutter das Profilfoto rausnimmt und andererseits, dass sie sich für die Zunkunft verpflichtet, es nicht noch einmal zu verwenden. In der Praxis erfolgt dies durch Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungserklärung.

    Ihr Vorgehen, es zunächst selbst zu versuchen und sodann auf einen Anwalt zurückzugreifen, erscheint zielgerichtet. Zwar können Sie sofort anwaltliche Hilfe in Anspruch nehmen und die Kosten sodann gar Ihrer Mutter auferlegen, andererseits räumen Sie Ihrer Mutter dadurch auf "unjuristischem" Wege eine 2. Chance ein und zeigen dadurch "good will". Ob dies sinnvoll/wünschenwert ist oder nicht, vermag ich nicht zu beurteilen. Die Beantwortung liegt allein bei Ihnen.

    Bitte beachten Sie auch, dass ich nicht weiß, in welchem Kontext das Foto aufgenommen wurde und dass sich bei Beachtung des Kontexts ggf. eine andere Einschätzung ergeben kann. Dies sehe ich momentan aber nicht.

    Mit freundlichen Grüßen

    Sven Nelke
    Rechtsanwalt

  • #3

    Heike (Dienstag, 26 Juni 2018 15:51)

    Guten Tag,

    ich habe mit einer Affäre intime Fotos ausgetauscht und jetzt droht mir der Typ, die intimen Fotos meinem Ehemann vorzulegen? Was kann ich denn tun?

  • #4

    Antwort zu #3 (Donnerstag, 28 Juni 2018 11:17)

    Sehr geehrte Heike,

    Sie haben natürlich einen Anspruch auf Unterlassung, den Sie schnellstmöglich geltend machen sollten. Idealerweise wäre dies unmittelbar bei Gericht mittels einer einstweiligen Verfügung zu tun. Dafür haben Sie einen Monat ab Bekanntgabe Zeit!

    Daneben steht Ihnen natürlich ein Anspruch auf Löschung der Fotos zu. Schadensersatz dürfen Sie erst verlangen, wenn mit Ihren intinem Fotos -was ich nicht hoffe- Schundluder betrieben wurde, diese also verbreitet worden sind.

    Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte per Telefon oder Email an mich. Sie sollten nämlich schnell reagieren.

    Mit freundlichen Grüßen

    Sven Nelke
    Rechtsanwalt

  • #5

    Statusbild (Donnerstag, 28 Juni 2018 16:46)

    Hallo, mein Bild wurde als Status bei whatsapp benutzt...also als statusbild. das finde ich gar nicht lustig und ich habe auch gar nicht eingewilligt. was ist zu tun?

  • #6

    Antwort zu #5 (Montag, 02 Juli 2018 13:30)

    Guten Tag,

    juristisch ist es egal, ob Ihr Bild per Whatsapp weitergeleitet, dort als Profilbild oder als Statusbildfoto verwendet wurde: Es wurde gegen Ihren Willen und ohne Einwilligung dort verwendet und so Dritten zugänglich gemacht. Ihnen stehen die vorbezeichneten Ansprüche zu, dass heisst Sie dürfen Unterlassung, etc. einfordern. Wie gesagt: bei WhatsApp kann man sich auch gegen Profilfotos oder Statusfotos wenden, wenn hierbei das Recht am eigenen Bild verletzt ist.

    Nachfragen beantworte ich gerne am Telefon. In diesem Bereicht ist es nämlich entscheidend, den Sachverhalt möglichst genau zu verstehen, um eine gute juristische Antwort zu bieten.

    Mit freundlichen Grüßen

    Sven Nelke
    Rechtsanwalt

  • #7

    Andrea Schulz (Dienstag, 17 Juli 2018 00:24)

    Hallo...Ich habe ein Bild bei Facebook gepostet und jemand hat es kopiert und in eine Whatsappgruppe geschickt, wo man sich darüber lustig macht ??
    Im Juni wurdeb meine beiden Töchter allerdings von hinten fotografiert und das Bild würde auch in eine Whatsapp Gruppe geschickt und sich lustig gemacht.

  • #8

    Antwort zu #7 (Dienstag, 17 Juli 2018 16:21)

    Sehr geehrte Frau Schulz,

    Ihnen und Ihren Töchtern könnte u.a. ein Unterlassungsanspruch zustehen. Allerdings schreiben Sie nicht, was oder wer auf dem Bild zu sehen ist. weswegen ich die Lage nicht für Sie zielsicher einschätzen kann.

    Mit freundlichen Grüßen

    Sven Nelke
    Rechtsanwalt

  • #9

    Hannah Trebeß (Dienstag, 17 Juli 2018 20:06)

    Hallo,

    Ich wurde vor ein paar Tagen mit diesem Thema konfrontiert. Allerdings bin nicht ich auf einem der veröffentlichten Bildern zu sehen, sondern mein 20 Monate altes Kind. Der Bruder meines Ex Partners hat ohne mein Wissen bzw. ohne Zustimmung das besagte Bild sowohl auf Facebook als auch in WhatsApp als Profilbild veröffentlicht. Da das Verhältnis zum Kindesvater & seiner ganzen Familie sehr schlecht ist hat man das Foto trotz Bitten bzw. Auffordern nicht entfernt. Bei Facebook selber kann ich es nichtmals melden, ständig wird mir nur angezeigt, dass ich der besagten Person eine Nachricht schreiben soll. Ich finde es eine Frechheit & weiß ehrlich gesagt momentan nicht weiter.

    Das Bild an sich zeigt nichts Schlimmes, aber ich möchte einfach nicht, dass mein Kind Objekt eines "like-geilen" Idioten ist.

  • #10

    Antwort zu #10 (Mittwoch, 18 Juli 2018 11:28)

    Sehr gehrte Frau Trebeß,

    ich selber setzte keine Kinderfotos bei facebook und co. rein und kann Sie gut verstehen. In Ihrem Falle kommt es ein wenig darauf an, ob Sie das Sorgerecht alleine ausüben.

    ->Wenn ja, dann können Sie auch alleine die Fotoverwendung verbieten.
    ->Wenn nicht, dann müsste der Kindesvater ins Boot geholt werden.

    (Ein gemeinsames Sorgerecht besteht immer dann, wenn das Kind in der Ehezeit geboren oder beim Jugendamt eine gemeinsame Sorgeerklärung abgegeben wurde oder das Gericht das Sorgerecht zur gemeinsamen Ausübung übertragen hat.)

    Jedenfalls steht Ihrem Kind, dass Sie als Mutter gesetztlich vertreten, natürlich ein Unterlassunganspruch gegen den Onkel zu. Zudem hat er die Foto aus Facebook zu löschen. Sie können den Onkel anwaltlich abmahnen lassen und auch verlangen, dass die Kosten Ihres eigenen Rechtsanwalts von ihm getragen werden.

    Wenn Sie anwaltliche Hilfe benötigen, können Sie es mich gerne wissen lassen.

    Ich wünsche gutes Gelingen und hoffe, Ihre Frage hinreichend beantwortet zu haben.

    Mit freundlichen Grüßen

    Sven Nelke
    Rechtsanwalt

  • #11

    Sandra Böll (Freitag, 27 Juli 2018 12:31)

    Hallo,

    Mir wurde gestern ein Foto von meiner noch Chefin ( Kündigung zum 7.8) geschickt, wo mein Whatsapp Status zu sehen war wo ich bei den Kölner Lichter gewesen war. Das Foto wurde aber von einer noch Arbeitskollegin gemacht, die aber zu der Zeit im Urlaub war. Sie macht das Foto von meinem Status und schickte es weiter ohne mein Einverständnis oder das ich davon Kenntnis bekam.
    Ich war zwar zu dem Zeitpunkt krank geschrieben aber nicht bettlägerig.
    Ist das rechtens oder kann ich da, auch wegen der neuen Datenschutzvereinbarung, gegen angehen ?

  • #12

    Antwort zu #11 (Freitag, 27 Juli 2018 14:53)

    Sehr geehrte Frau Böll,

    das Verhalten Ihrer "Kollegin" ist abmahnfähig. Sie können also mithilfe eines Anwalts Unterlassen der Fotoverbreitung und auch Löschung des Fotos verlangen.
    GGf. steht Ihnen noch Schadensersatz zu. Die Abmahnkosten des Rechtsanwalt hat Ihre "Kollegin" zu tragen.

    Im Übrigen sollten Sie einmal prüfen lassen, ob die ordentliche Kündigung rechtmäßig erfolgte. Auch hiergegen könnten Sie sich erwehren. Gegen Kündigungen können Sie binnen 3 Wochen ab Erhalt vorgehen.

    Wenn Sie anwaltliche Unterstützung benötigen, dann würde es mich freuen, wenn wir Ihnen hören werden.

    Mit freundlichen Grüßen

    Sven Nelke
    Rechtsanwalt

  • #13

    Marla (Mittwoch, 08 August 2018 22:24)

    Hallo,
    ich habe mit einer Whatsapp Bekanntschaft erotische Fotos getauscht und erotische Kommunikation betrieben. Seine Ehefrau hat alles über die Telekommunikationsdienstleister, ohne Wissen des Mannes (und natürlich meines Wissens), mitverfolgt und droht nun mit Veröffentlichung meiner Fotos. Was kann ich tun?

  • #14

    Antwort zu #13 (Donnerstag, 09 August 2018 14:14)

    Sehr geehrte Marla,

    Sie haben natürlich einen Anspruch darauf, dass die Fotos nicht veröffentlicht werden. Im Falle der Drohung können Sie binnen eines Monats ab Kenntnis von der Drohung bei Gericht per einstweiliger Verfügung der Ehefrau verbieten lassen, die Fotos zu veröffentlichen.

    Wenn Sie anwaltliche Unterstützung benötigen, dann können Sie es mich gerne wissen lassen. Nehmen SIe einfach -vorzugsweise per Email- mit uns Kontakt auf und ich kläre Sie dann über die weiteren Dinge auf und erarbeite mit Ihnen eine Strategie.


    Mit freundlichen Grüßen

    Sven Nelke
    Rechtsanwalt

  • #15

    Jule Legov (Donnerstag, 09 August 2018 19:40)

    Hallo,

    heute kam es zu einem Zwischenfall was meine Kollegin komplett aus der Bahn geworfen hat,weshalb ich nach Antworten suche.
    Unser Chef ist heute früher in die Pause gegangen. Als wir Unterlagen von seinem Tisch holten die wir benötigten sagen wir,dass er whats App geöffnet hatte. Dort war ein von ihm gemachtes Foto meiner Kollegin von hinten zu sehen welches er verschickt hat und dazu schrieb :" Das geht gar nicht.willkommen bei den Flodders.Die sieht aus wie eine Hartz 4 Empfängerin."
    Unser Chef ist seit Monaten bei ihr nur am kritisieren wegen Kleinigkeiten und sucht förmlich nach Fehlern.
    Was sollte sie tun ? Kann sie überhaupt was machen ,da dies ja sein privater Chat ist( allerdings ging dies auch zusötzlich an eine Bereichsleitung )
    Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.
    Vielen Dank im Voraus

  • #16

    Antwort zu #15 (Donnerstag, 09 August 2018 20:15)

    Hallo Frau Legov,

    ich muss Ihnen Unrecht geben, denn der WhatsApp-Chat ist keinesweg privat gewesen. Er fand zwischen Ihren Chef und einer Dritten Person statt. Es handelt sich nicht nur um eine rechtswidrige Fotoverbreitung, sondern gar um eine Beleidigung. An Ihrer Stelle hätte ich den WhatsApp-Verlauf zu Beweiszwecken abfotografiert. Falls Sie das nicht getan haben, dann ist es auch nicht weiter schlimm, denn an der Rechtslage ändert sich nichts:

    Ihre Kollegin hat einen Anspruch auf Unterlassung heimlicher Aufnahmen sowie der Verbreitung des Fotos sowie Unterlassung der Beleidigung. Einige Gerichte würden ggf. sogar Schadensersatz zusprechen in Höhe eine geringen, hundertstelligen Betrags (100-500 €).

    In jedem Falle würde ich Ihrer Kollegin empfehlen, zumindest den Chef darauf anzusprechen. Gleichwohl steht es Ihrer Kollegin natürlich frei, einen Rechtsanwalt mit der Durchsetzung vorbezeichneter Ansprüche zu beauftragen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Sven Nelke
    Rechtsanwalt

  • #17

    Thöne (Sonntag, 12 August 2018 15:48)

    Meine Freundin hat in meiner Wohnung einen Sick gefunden, je dem eine Collage von Frauen ist. Jetzt at sie aus Eifersucht versucht alle Frauen herauszufinden und anzuschreiben. Ausserdem hat sie dieses Foto als Profilbild gehabt damit es alle sehen können, (Waas euer ein Schwein ich bin), es handelt sich bei diesem Bild um Fotos vor 4 Jahren ,die ich mir mal zusammengestellt habe von Patys , Umzug usw. Nur Frauenköpfe und Beine mit Tatus. Sie hat das Foto an alle weitergeschickt. Ich habe diese Fotos nie Online benutzt. IST das erlaubt, sie will mich fertig machen

    Mit freundlichen Grüssen
    S. Thöne

  • #18

    Antwort zu #17 (Montag, 13 August 2018 10:08)

    Sehr geehrter Herr Thöne,

    Ihre Freundin darf das natürlich nicht. Sie werden hierdurch bloßgestellt. Es ist richtig, dass damit die Rechte am eigenen Bild der jeweiligen Frauen verletzt werden. Hierauf können Sie sich nicht berufen, da es nicht Ihre Rechtspositionen sind.

    Vielmehr sind Sie Urheber der Fotocollage und können deswegen Unterlassung und Löschung einforder, was heißt, dass Sie Ihrer Freundin das Versenden der Fotocollage verbieten lassen können. Ich vermute auch, dass Sie dies aus dem Gesichtspunkt Ihrer Allgemeinen Persönlichkeitsrechts einfordern dürfen, da es sich -wie gesagt- um eine Bloßstellung handelt. Insoweit wäre aber der Sachverhalt noch näher zu erfragen.

    Sollte Ihre Freundin nicht auf Ihre Forderungen reagieren, die Sie vielleicht auch einmal schriftlich äußern sollten, dann sollten Sie einen Rechtsanwalt beauftragen. Dieser wird Ihre Freundin entsprechend auffordern. Sollte sich die Verwendung der Collage als uerlaubt herausstellen, wovon ich ausgehe, dann hat Ihre Freundin auch die Rechtsanwaltskosten zu erstatten.

    Ich hoffe, Ihnen ein wenig weitergeholfen zu haben. Wenn Sie anwaltlich Unterstützung benötigen, dann können Sie es mich gerne wissen lassen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Sven Nelke
    Rechtsanwalt

  • #19

    Jessica (Dienstag, 14 August 2018 00:09)

    Hallo,

    und zwar hab ich ein 5 Monate junges Kind. Ich habe viele Videos und Bilder von ihm gemacht und auch an meine Mutter verschickt. Wir haben schon sehr lange keinen Kontakt mehr. Nun hat sie ein Video und ein Foto von meinem Kind an einen Mann im Facebook Messenger verschickt mit dem sie seit juni schreibt und den ich nicht mal kenne. Und sie fragte mich nicht um Erlaubnis.

    Was kann ich tun?

    MfG

  • #20

    Antwort zu #19 (Dienstag, 14 August 2018 14:12)

    Hallo Jessica,

    wie Sie richtig erkannt haben, handelte Ihre Mutter nicht richtig. Der Versand war rechtswidrig.

    Sie können zunächst Unterlassen einfordern. Hierbei hat Ihre Mutter strafbewehrt zu versprechen, das Video nicht mehr Dritten zu teilen.

    Darüber hinaus können Sie die Löschung des Videos verlangen.

    Wenn Sie Ihre Mutter mit einem Anwalt entsprechend auffordern, dann wird Ihre Mutter auch verpflichtet sein, die Rechtsanwaltskosten zu erstatten. Den Anwalt sollten Sie spätetestens beauftragen, wenn Ihre Mutter sich uneinsichtig zeigt. Ihnen steht es aber frei, den Anwalt sofort zu beauftragen. Es ändert sich rechtlich nichts.

    Wenn Sie anwaltliche Hilfe wünschen, können Sie es mich gerne wissen lassen. Nehmen Sie einfach mit mir Kontakt auf und ich werde Ihnen dann das weitere Vorgehen erläutern.

    Mit freundlichen Grüßen

    Sven Nelke
    Rechtsanwalt

  • #21

    Karl (Dienstag, 14 August 2018 15:27)

    Hallo
    Von mir wurde vor zwei Tagen (beim ausgehen)eine Foto gemacht das mich mit einer langjährigen Freundin zeigt wie wir tanzen und uns umarmt haben. Und sie mich auf denn Mund küsste.
    Dieses Foto wurde meiner Freundin über WhatsApp gesendet,worauf sie die Beziehung beendete. Weiters verlor ich deswegen meinen Job da ich im Betrieb ihres Vaters beschäftigt war. Meine Frage also: wie schaut es da mit Schadenersatz aus, und ist das rechtlich überhaupt möglich?!

  • #22

    Antwort zu #21 (Mittwoch, 15 August 2018 11:55)

    Hallo Karl,

    vielen Dank für Ihre Anfrage. In der Tat war die Aufnahme und die Weiterleitung des Fotos rechtswidrig. Ihnen steht ein Anspruch auf Unterlassung und Löschung zu.

    Zum Schadensersatz sind folgende Überlegungen anzustellen: Das Foto wurde auf der Tanzfläche aufgenommen. Dies ist grundsätzlich ein öffentlicher Raum. Andererseits ist es aber möglich, auch im öffentlichen Raum Privatssphäre zu genießen. Davon gehe ich aus. Weiterhin zeigt das Bild Sie in einem höchstprivaten Moment. Vor diesem Hintergrund neige ich dazu, eine schwere Persönlichkeitskeitsrechtsverletzung anzunehmen und den Anspruch auf Schadensersatz zu bejahen. Ihnen könnte also Immarterieller Schadensersatz ("Schmerzengeld") wegen der Aufnahme und Verbreitung Ihres Bildes zustehen.

    Dieser Anspruch dürfte wohl aber nicht den Schaden umfassen, den Sie wegen der Kündigung erlitten haben (Dies könnte unter Umständen auch anders beurteilt werden). In der Tat könnte die Kündigung rechtswidrig sein, da Ihnen wegen eines Umstandes, der an sich nichts mit der Arbeit zu tun hat, gekündigt wurde. Gegen die können Sie sich binnen 3 Wochen ab Zugang dieser erwehren und beim Arbeitsgericht Kündigungsschutzklage erheben. Dies macht vor allem dann Sinn, wenn es sich bei dem Unternehmen um einen Betrieb von mehr als 10 Vollarbeitnehmern handelt und Sie mehr als 6 Monate dort beschäftigt sind. Dann findet nämlich der Allgemeine Kündigungsschutz Anwendung.

    Mit freundlichen Grüßen

    Sven Nelke
    Rechtsanwalt

  • #23

    Yalcin (Freitag, 07 September 2018 00:22)

    Guten Tag!

    Ich habe ein großes Problem und zwar habe ich Nacktfotos und Videos an eine Person geschickt, die diese Person nun in ihren Status gestellt hat, und somit jeder sich dies anschauen kann! Ich habe mehrmals gesagt dass ich das nicht wolle aber das bringt nichts! Was kann ich tun?

  • #24

    Frank (Sonntag, 16 September 2018 22:06)

    Guten Abend.
    Ich habe anlässlich in Erinnerung schwelgend mit einem Freund alte Fotos und Videos angeschaut. Wir fanden ein tolles Video eines 3 Freundes (er spielt darauf Schlagzeug und singt) mit nem wir leider schon eine weile keinen Kontakt mehr haben, jedoch mit seinem Vater. Wir hatten uns über dieses Video sehr gefreut und wollten der 3. Person eine freude machen und schickten seinem Vater dieses Video und dieser schickte es ihm. Nun falle ich aus allen Wolken da er mich anzeigen möchte wegen Verletzung seiner Persönlichkeitsrechte bei der Übermittlung an dritte, SEINEM eigenen Vater!! Im weitere Zuge verlangt er das ich alle Fotos und Bilder die ich jemand von ihm gemacht habe auszuhändigen. Man bemerke diese Bilder wurden 2003 geschossen!!
    Im Grund laß ich das ich bei der Übersedung an seinen Vater diese Rechte verletzt habe, ok! Aber es ist doch irrglaube das ich ihm jetzt alles aushändingen muss was ich besitze?! :/
    Vielen Dank und Grüße

  • #25

    Clara Wuttke (Mittwoch, 19 September 2018 10:21)

    Hallo,
    ich habe gerade entdeckt, dass die Tante meines Mannes ohne mich jemals um Erlaubnis zu bitten in ihrem Whatsapp Profilbild ein Bild von sich selbst und meinen beiden Söhnen hat. Ich weiss nicht, wie lange das schon so ist, ich habe zum ersten Mal ihren Kontakt bei Whatsapp gesehen. Meine Söhne sind auf dem Bild ca 5-7 Jahre alt, inzwischen 11 und 12. Wir halten als Eltern unsere Kinder konsequent aus den sozialen Medien raus, um so mehr bin ich geschockt von ihrer Übergriffigkeit. Daher kann ich mir nicht vorstellen, dass mein Mann diesem zugestimmt hat. Dürfte er das alleine?
    Dazu kommt, dass ich zu dieser Tante keinen guten Kontakt habe, da es schon mehrmals vorgekommen ist, dass sie bereits öfters versucht hat, meine Kinder zu manipulieren, schon sehr grenzüberschreitend aufgefallen ist und auch sonst nicht zu den angenehmsten Menschen gehört...
    Was kann ich tun?

  • #26

    Antwort zu #23 (Montag, 24 September 2018 14:18)

    Sehr geehrter Herr Yalcin,

    Sie können

    - Unterlassung
    - Löschung
    - Mitteilung, an wen diese Fotos verbreitet worden sind und
    - Schadensersatz verlangen.

    Diese Ansprüche sollten Sie anwaltlich geltend machen, denn es besteht gegen diese Person auch ein Anspruch auf Erstattung der Anwaltskosten.

    Beachten Sie auch, dass Sie eine Strafanzeige bei der Polizei aufgeben sollten. Dies ist vor allem dann erforderlich, wenn diese Person Ihnen unbekannt ist, also Sie weder über Name und/oder Adresse verfügen. Im Rahmen des Ermittlungsverfahrens wird die Adresse dieser Person ermittelt werden können.

    Mit freundlichen Grüßen

    Sven Nelke
    Rechtsanwalt

  • #27

    Antwort zu #24 (Montag, 24 September 2018 14:23)

    Guten Tag,

    die Verbreitung war ggf. unzulässig. Lediglich an diesem Video dürfte -wenn überhaupt- ein Herausgabeanspruch bestehen. Bei Fotos und Videos, die nicht veröffentlicht, verbreitet oder öffentlich zur Schau gestellt worden sind, besteht kein Herausgabeanspruch.

    Mit freundlichen Grüßen

    Sven Nelke
    Rechtsanwalt

  • #28

    Antwort zu #25 (Montag, 24 September 2018 14:26)

    Sehr geehrte Frau Wuttke,

    Ihrem Sohn, der rechtlich wohl durch beide Elternteile vertreten wird, steht ein Unterlassungs- und Löschungsanspruch zu. Diesen können Sie zusammen mit dem Vater des Kindes gegen die Tante geltend machen.

    Sie können die Tante anwaltlich abmahnen und Ihr sodann die Kosten des Anwalts auferlegen. Dies ist in vielen Fällen ein heilsames Mittel, sich vor zukünftigen, derartigen Übergriffen zu schützen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Sven Nelke
    Rechtsanwalt