Ausschluss des Zugewinnausgleichs: Unter welchen Voraussetzungen der Zugewinn nicht durchgeführt werden muss!



Ausschluss des Zugewinnausgleichs:

Nicht immer muss der Zugewinn auch ausgeglichen werden. In folgenden Fällen ist die Durchführung des Zugewinns ausgeschlossen:

● Kein Ausgleichswert bei gleichem Zugewinn:

Verzeichnen beide Eheleute einen Zugewinn in gleicher Höhe, so gibt es nichts zum ausgleichen. Dies ist zum Beispiel immer dann der Fall, wenn beide Eheleute ohne Vermögen in die Ehe gegangen sind.

● Ausschluss des Vermögensausgleichs durch Ehevertrag:

Durch Ehevertrag können die Ehegatten natürlich auch eine andere Methode des Zugewinnausgleichs vereinbaren, als es das Gesetz vorsieht. Dies wird dann modifizierte Zugewinngemeinschaft genannt.

 

Die Gestaltung ist relativ flexibel: so kann bestimmt werden, dass nur einige Positionen geteilt werden sollen. Auch ist es möglich, dass der Zugewinn nach einer anderen Quote berechnet wird, die z.B. Ehefrau z.B. 70 % und der Ehemann nur 30 % bekommen soll.

 

Wichtig ist aber, dass der Ehevertrag notariell bekundet oder durch einen gerichtlichen Vergleich geschlossen wird. Wird die Form nicht eingehalten, ist eine einvernehmliche Regelung grundsätzlich nichtig und kann jederzeit durch einen der Ehegatten angefochten werden.


Beachten Sie: Wird der Ehevertrag zu einseitig gestaltet, dann besteht die Gefahr, dass dieser stets durch den "benachteiligten" Ehegatten einsitig angefochten werden kann. Eine gründliche Beratung im Vorfeld ist daher zu empfehlen.

● Ausschluss wegen Gütertrennung:

Die Eheleute können natürlich vor, während oder nach der Ehe jederzeit die Gütertrennung vereinbaren: gemeinsames Vermögen besteht dann keines mehr, weil jeder Ehepartner nur eigenes Vermögen anhäuft.


Wird der Ehevertrag während oder nach der Ehe geschlossen, so müssen sich die Ehegatten darauf verständigen, wem was zusteht.

● Ausschluss des Zugewinns bei unbilliger Härte:

"Der Schuldner kann die Erfüllung der Ausgleichsforderung verweigern, soweit der Ausgleich des Zugewinns nach den Umständen des Falles grob unbillig wäre." (§ 1381 BGB)

 

Liegt eine schwere Verfehlung des ausgleichsberechtigten Ehegattens gegenüber dem ausgleichspflichtigen Ehepartner vor, so darf der Ausgleich verweigert werden. So etwa:

  • Der berechtigte Ehegatte verletzt seine ehelichen, wirtschaftlichen Pflichten über einen längeren Zeitraum hinweg. Zum Beispiel zahlt er keinen Unterhalt oder er kümmert sich nicht um die Haushaltsführung oder gar um die gemeinsamen Kinder, obwohl diese Aufgabenteilung vereinbart war.
  • Sonstige Gründe, die den Zugewinnsausgleich als ungerecht erscheinen lassen: insbesondere Gewaltätigkeiten des berechtigten Ehegattens, bei Heiratsschwindlern, etc.

Informationen und Berechnung des Zugewinns:


Probleme beim Zugewinn? - Hier wird Ihnen geholfen!

Ihr Ehemann oder Ihre Ehefrau weigert sich, am Zugewinnausgleich mitzuwirken oder zahlt den ermittelten Betrag nicht aus? Sie werden mit einer Ausgleichsforderung überzogen oder vermuten gar, dass der andere Ehegatte Sie "übers Ohr hauen" will? - Gerade in familienrechtlichen Angelegenheiten gilt es konsequent zu sein, um eine sachdienliche Lösung herbeiführen zu können. Egal, ob Sie sich beraten oder von uns vertreten lassen wollen: Wir helfen Ihnen weiter! Gerne können Sie uns auch online beauftragen!

 

Sprechen Sie uns einfach an!

Hier wird Ihnen geholfen!

Gewährleistungsausschluss:

Bitte beachten Sie, dass trotz sorgfältiger Recherche keine Gewähr für die inhaltliche Richtigkeit oder Aktualität, etc. der Informationen übernommen werden kann. Ebenso wird jegliche Haftung ausgeschlossen. Diese Informationen ersetzen keine Rechtsberatung. Die Informationen sind allgemein gehalten, während eine Rechtsberatung sich inhaltlich ganz konkret mit Ihrem persönlichen Anliegen auseinandersetzt. Es ist daher dringend zu empfehlen, dass Sie sich, soweit Sie konkret betroffen sind, unverzüglich mit einem Rechtsanwalt in Verbindung setzten.


Haben Sie eine Frage oder eine Anmerkung zu diesem Thema? - Nutzen Sie die Kommentarfunktion!

Nach Prüfung werden wir Ihre Frage beantworten. Bitte beachten Sie jedoch, dass die Beantwortung Ihrer Rechtsfrage grundsätzlich keine Rechtsberatung ersetzt. Auch hier gilt der Gewährleistungsausschluss. Natürlich freuen wir uns auch über Anmerkungen, Verbesserungsvorschläge und ein Feedback!

Kommentar schreiben

Kommentare: 0