Vertragsschluss: Wenn der eBay-Account gehackt und missbraucht wird, um Artikel zu kaufen oder zu verkaufen!


Das Wichtigste in Kürze:

  • Wurde das eBay-Konto geknackt und missbraucht, dann stehen Betroffene auf der Gegenseite dem meist machtlos gegenüber: Sie müssen nämlich beweisen, dass das tatsächliche Mitglied den Kaufvertrag herbeiführte.
  • Dies gilt selbst dann, wenn das Mitglied die Zugangsdaten nicht sicher verwahrte.
  • Das gehackte Mitglied muss auch nicht beweisen, dass sein Account geknackt und missbraucht wurde. Eine einfache Behauptung reicht grundsätzlich aus.

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Vertragsschluss bei eBay!

Bei eBay gibt der Verkäufer bereits mit Schaltung der Auktion ein rechtsverbindliches Kaufangebot ab, mit demjenigen, der am Ende der Auktion als Höchstbieter feststeht, über den Artikel einen Kaufvertrag zu schließen. Der Bieter erklärt mit seinem Gebot hingegen rechtsverbindlich, dass Kaufangebot des Verkäufers zum festgesetzten Höchstgebot zum Ende der Auktion anzunehmen. Damit wird dann ein wirksamer Kaufvertrag geschlossen. Dies folgt auch aus der höchstrichterlichen Rechtsprechung (siehe z.B. BGH, Urteil vom 7. November 2001 – VIII ZR 13/01). Grundsätzlich ist zu vermuten, dass der Accountinhaber auf den Artikel geboten und ihn also auch gekauft hat. Davon gehen auch § 6 Nr. 4 und 5 der eBay-AGB aus; siehe:

Quelle: http://pages.ebay.de/help/policies/user-agreement.html#formate
Quelle: http://pages.ebay.de/help/policies/user-agreement.html#formate

eBay-Mitglied behauptet, dass jemand ohne sein Wissen den Artikel gekauft oder verkauft habe:

Behauptet der Käufer, dass sein Account gehackt wurde, dann kann dies auf Verkäuferseite zu erheblichen Problemen führen. Der Verkäufer hat nämlich zu beweisen, dass der Accountinhaber auch tatsächlich auf den Artikel geboten und letztendlich gekauft hat.

 

Nach den § 2 Nr. 6 u. 8 eBay- AGB müssen Nutzer ihre eBay-Zugangsdaten geheim halten und sicher verwahren. Zudem ist es unzulässig, das eBay-Konto auf Dritte zu übertragen; siehe:

Quelle: http://pages.ebay.de/help/policies/user-agreement.html#anmeldung
Quelle: http://pages.ebay.de/help/policies/user-agreement.html#anmeldung

Behauptet der Käufer zusätzlich, dass er seine Zugangsdaten sicher aufbewahrt habe und auch niemandem gestattet habe, seinen Mitgliedsaccount zu benutzen, dann sieht es für den Verkäufer schlecht aus. Er muss nämlich beweisen, dass der Account des Verkäufers eben nicht gehackt wurde und dass der Verkäufer die Zugangsdaten auch nicht sicher aufbewahrte (siehe BGH, Urteil vom 11. Mai 2011 - VIII ZR 289/09). Aber selbst, wenn der Käufer seine Zugangsdaten nicht sicher aufbewahrte, ist dies noch kein Grund, ihm einen Vertragsschluss zuzurechnen (siehe OLG Bremen, Beschluss vom 21. Juni 2012 - 3 U 1/12).

Der Verkäufer muss also beweisen, dass der wahre Acconutinhaber den Vertragsschluss herbeiführte. Die Beweisführung ist schwierig und ohne etwaige Mithilfe von eBay praktisch unmöglich.

Die vorbezeichneten Ausführungen sind auch auf Verkäufer, deren eBay-Account missbraucht wurde, anzuwenden: Verkauft also jemand fremdes unter widerrechtlicher Erlangung der eBay-Zugangsdaten etwas bei eBay, so ist der Verkäufer nicht an einen etwaigen Kaufvertrag gebunden.


Kritik an der vorbezeichneten Rechtslage:

Grundsätzlich erscheint die Rechtslage unfair, schließlich reicht eine einfache Behauptung, dass der Account geknackt und missbraucht wurde aus, um kaufrechtlichen Ansprüchen zu entgehen.

 

Die Gerichte schützen aber ganz bewusst die gehackten Mitglieder. Hierzu wird wie folgt argumentiert:

 

„Der Sicherheitsstandard im Internet sei derzeit nicht ausreichend, um aus der Verwendung eines geheimen Passworts auf denjenigen als Verwender zu schließen, dem dieses Passwort ursprünglich zugeteilt worden ist. Die hierdurch entstehende Unsicherheit für Nutzer von Internetplattformen sei hinzunehmen. Insbesondere habe der Verkäufer die Wahl der Plattform für sein Verkaufsangebot in der Hand und könne sichere Wege gehen“  (siehe OLG Bremen, Beschluss vom 21. Juni 2012 - 3 U 1/12).

 

Solange diese Rechtssprechung besteht, können den unglücklichen Verkäufern oder Käufern nur angeraten werden, die Sache auf sich beruhen zu lassen. Die Erfolgsaussichten für eine etwaige Klage erscheinen vor diesem Hintergrund als äußerst gering.

 

Sollte eine Rechtsschutzversicherung das Vorgehen aber decken, so kann es sich durchaus lohnen, die Sache rechtlich überprüfen zu lassen. In diesem Falle ist das erhöhte Kostenrisiko nämlich abgesichert. Selbst bei einem Unterliegen zahlt der Versicherungsnehmer höchstens seinen Eigenanteil. Die Rechtsprechung unterliegt einem stetigen Wandel und vielleicht wird ja gerade dieser Fall anders beurteilt. Zudem besteht spätestens bei Gericht die Möglichkeit, sich vergleichsweise zu einigen und so zumindest einen Teil des Schadens augeglichen zu bekommen.


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