Rechtslage: Verlustes oder Beschädigung bei Versendung des Artikels?


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Sowohl für Kunden als auch für Onlinehändler ist es höchst ärgerlich, wenn der Artikel beim Versand beschädigt wird oder gar verloren geht. Wer, wann und wofür für beschädigte oder verlorene Pakete haftet, erfahren Sie hier!

 

Das Wichtigste in Kürze:

  • Ein gewerblicher Verkäufer haftet gegenüber privaten Kunden für Transportschäden oder den Verlust des Artikels auf dem Postwege.
  • Private Verkäufer tragen kein Transportrisiko. Sie müssen lediglich den Artikel bei der Post aufgeben, um von ihrer Pflicht frei zu werden.
  • Wird der Artikel auf dem Transportweg beschädigt oder geht er verloren, so haftet das Postunternehmen. Der Geschädigte hat allerdings den Transportschaden oder den Verlust zu beweisen.

Inhaltsverzeichnis


Haftung bei Abholung des Artikels:

Grundsätzlich geht die Gefahr der Beschädigung oder des Verlustes des Artikel mit Übergabe der Ware von dem Verkäufer auf den Käufer über (siehe § 446 BGB). Dies ist dann bei eBay dann der Fall, wenn der Verkäufer als Versandoption "Abholung des Artikels" gewählt hat. In diesem Falle hat der Verkäufer sogar einen Anspruch auf Abholung des Artikels.


Haftung für Transportschäden beim Versendungskauf  oder Verlust des Paketes:

Bei einem Versendungskauf handelt es sich, wenn der Verkäufer in der Artikelbeschreibung den Versand des Artikels verspricht. Es besteht dann also eine sogenannte  Schickschuld des Verkäufers. Hierbei ist zu unterscheiden:

● Haftung des Privatkäufers :

Verkauft ein Verbraucher über eBay eine Sache, so wird der Verkäufer von seiner Schickschuld frei, wenn er den Artikel an das Speditionsunternehmen (z.B. Post, Hermes, etc.) übergeben hat. Die Gefahr, dass sich der Artikel beim Transport verschlechtert oder gar abhanden kommt, trägt dann das Speditionsunternehmen (siehe § 447 BGB). Ansprüche des Käufers gegen den Verkäufer bestehen keine mehr. Vielmehr hat der Verkäufer trotz Untergang des Artikels beim Versand weiterhin einen Anspruch auf Bezahlung des Kaufpreises. Der Privatverkäufer haftet für einen Transportschaden nur, wenn er die Sache ungenügend verpackt hat.

● Haftung der Post:

Kommt eine Haftung des Privatverkäufers nicht in Betracht, so haftet grundsätzlich das Postunternehmen für den Verlust oder die Beschädigung an dem Paket. In der Praxis ist die Durchsetzung eines Schadensersatzanspruches sehr schwierig, denn oft kann nicht bewiesen werden, dass die Post den Transportschaden verursacht hat. Gerne behauptet die Post auch, dass die Ware nicht sicher verpackt war.

● Haftung des gewerblichen Verkäufers:

Handelt es sich bei dem Verkäufer hingegen um einen gewerblichen Verkäufer und bei dem Käufer um eine Privatperson, sieht die Sache anders aus: Der Unternehmer trägt die Gefahr, dass die Ware heil bei dem Verbraucher ankommt (siehe § 474 BGBBGH, Urteil vom 06.11.2013 – VIII ZR 353/12). Kommt die Sache folglich gar nicht oder nur beschädigt an, darf der Käufer die Annahme verweigern und den Verkäufer zur Nacherfüllung auffordern. Geht die Nacherfüllung auch fehl, darf der Käufer vom Kaufvertrag zurücktreten, den Kaufpreis einfordern und ggf. noch Schadensersatz verlangen.


Wurde Ihr Paket beschädigt oder verloren?

Sie haben Probleme mit dem Versand eines Artikels? Die Post hat Ihr Paket verloren? Kam das Päckchen beschädigt an? Sie wollen Schadensersatz oder müssen solche abwehren?

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Gewährleistungsausschluss:

Bitte beachten Sie, dass trotz sorgfältiger Recherche keine Gewähr für die inhaltliche Richtigkeit oder Aktualität, etc. der Informationen übernommen werden kann. Ebenso wird jegliche Haftung ausgeschlossen. Diese Informationen ersetzen keine Rechtsberatung. Die Informationen sind allgemein gehalten, während eine Rechtsberatung sich inhaltlich ganz konkret mit Ihrem persönlichen Anliegen auseinandersetzt. Es ist daher dringend zu empfehlen, dass Sie sich, soweit Sie konkret betroffen sind, unverzüglich mit einem Rechtsanwalt in Verbindung setzten. Stand der Information: Juli 2018. 


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Kommentare: 24
  • #1

    Günne (Sonntag, 19 Mai 2019 21:11)

    Hallo,

    ich habe ein Kinderfahrrad bei ebay ersteigert.
    Es wurde ein Abholungstermin angeboten ohne Hinweis auf eine Bestätigung.
    Nun war ich bei der Adresse (2Std Autofahrt 80km) der Verkäufer aber nicht Zuhause, zum Termin den er vorgeschlagen hat.
    "Abholung ist morgen abend ab 19 Uhr möglich.
    Die Abholadresse lautet ..."

    Der Verkäufer hat kein Interesse mir hier entgegen zu kommen.
    Kann ich hier Schadensersatz fordern?

  • #2

    C.oldenburg (Freitag, 24 Mai 2019 07:27)

    Hallo,
    Folgenden weitergehende Frage habe ich hierzu:
    Es wurde über Kleinanzeigen ein Kaufpreis inkl. Versandkosten vereinbart. Privatkauf. Artikel wurde beim Versand beschädigt, war jedoch ordnungsgemäß verpackt. Die schadensabwicklung erfolgt bei DHL mit dem Versender/Verkäufer, obwohl dieser die Transportkosten ja nicht übernommen hat.
    Ich bin Käufer und würde hier gerne meine Rechtsstellung erfragen. Artikel wurde wieder zum Verkäufer gesandt.
    Herzlichen Dank

  • #3

    Antwort zu #1 (Freitag, 31 Mai 2019 11:06)

    Guten Tag,

    wenn Sie auf eigene Faust einfach dorthin gefahren sind -ohne eine Absprache-, dann gehe ich davon aus, dass Sie keine Ansprüche geltend machen können. Etwas anderes konnte gelten, wenn er den Termin "diktiert" hat.

    Mit freundlichen Grüßen

    Sven Nelke
    Rechtsanwalt

  • #4

    Antwort zu #2 (Freitag, 31 Mai 2019 11:09)

    Guten Tag,

    ich weiß nicht was Sie mit "Ihrer Rechtsstellung" meinen. Im Fließtext habe ich ja schon einiges beschrieben. Die AGB von DHL kenne ich auch nicht und kann Ihnen deswegen nicht sagen, ob Sie Ansprüche als Empfänger geltend machen können. Dies halte ich zumindest für möglich.

    Mit freundlichen Grüßen

    Sven Nelke
    Rechtsanwalt

  • #5

    Jens (Mittwoch, 11 September 2019 22:33)

    Hallo,

    angenommen ich kaufe mit meinem Account bei eBay für meine Freundin ein Notebook zu Weihnachten (Geschenk), welches ich zu ihren Eltern liefern lasse (Weihnachten wird dort gefeiert) und gleichzeitig in der Mitteilung an den Verkäufer um eine Rechnung auf ihren Namen und Geschäftsadresse bitte (damit sie es auch von der Steuer absetzen kann) - wer ist dann der rechtliche Vertragspartner, meine Freundin oder ich? Ändert sich etwas an der Antwort wenn ich in der Kaufabwicklung ihre Kreditkarte (zur Sicherheit, falls das Finanzamt die Kontoauszüge prüft) verwende - ihr das Geld aber Bar wieder gebe?

    Besten Dank,

    Jens Bahr

  • #6

    Antwort zu #6 (Montag, 16 September 2019 11:44)

    Sehr geehrter Herr Bahr,

    abgesehen davon, dass ich Ihnen dieses Vorgehen nicht anraten kann, da es sich wahrscheinlich um einen Steuerbetrug handelt, passt Ihre Frage so gar nicht zum Thema und kann daher nicht beantwortet werden. Die Antwort finden Sie im Übrigen in den gültigen ebay-AGB.

    Mit freundlichen Grüßen

    Sven Nelke
    Rechtsanwalt

  • #7

    Jens Bahr (Dienstag, 17 September 2019 01:18)

    Sehr geehrter Herr Nelke,

    vielen Dank für Ihre Antwort. Ihren Hinweis beziehe ich auf §2 Nr. 7 - das Konto ist nicht übertragbar.

    Meine Frage zum Vertragspartner liegt darin begründet, dass ich in einem theoretischen Fall eines nicht der Beschreibung entsprechenden Artikels das Geld über eBay zurückhole woraufhin der Verkäufer eine Klage gegen meine Freundin bei Gericht einreicht, da er anderer Meinung ist und sein Geld wieder haben will. Nach meinem Dafürhalten kann die Klage keinen Erfolg haben, da er einfach die falsche Person verklagt, selbst wenn auf der Rechnung meine Freundin steht.

    Beste Grüße

    Jens Bahr

  • #8

    Antwort zu #7 (Dienstag, 17 September 2019 16:53)

    Sehr geehrter Herr Bahr,

    bitte beachten Sie doch, dass Ihre Frage hier gar nicht zum Thema passt, weswegen ich Sie nicht beantworten mag. Grund: Es gibt Besucher, die sich die Kommentare durchlesen und darauf auch was für sich mitnehmen können. Andere Themen zu besprechen verwirrt dann nur.

    Mit freundlichen Grüßen

    Sven Nelke
    Rechtsanwalt

  • #9

    Sebastian (Freitag, 27 September 2019 11:10)

    Hallo Herr Nelke,

    erstmal vielen Dank für die sehr informative Seite zum Thema!

    Bei eBay Kleinanzeigen habe ich ein ziemlich teures iPhone gekauft und mit Paypal inkl. Käuferschutz bezahlt. Das iPhone wurde zur Post gebracht und versichert versendet. Quittung habe ich gesehen. Nachdem sich der Status der Sendung "In Filiale eingeliefert" seit 2 Wochen nicht mehr änderte, stellte nun der Verkäufer (angeblich) einen Nachforschungsauftrag.

    Der Clou: Das gleiche passierte mir jetzt genau im selben Ablauf, mit gleichem Sendungsstatus, wieder über eBay Kleinanzeigen und Paypal mit Käuferschutz und wieder mit einem teuren iPhone nochmal. Ich vermute, dass es eine neue Betrugsmasche ist, auch wenn ich in beiden Fällen Namen und Anschrift der Verkäufer habe und die Einlieferungsbestätigung als Foto gesehen habe.

    Wenn ich das richtig verstanden habe ist die Sachlage nun aber folgende:

    Der Paypal Käuferschutz greift hier nicht, weil Paypal im Falle des Verlustes auf dem Versandweg nicht haftet. Da bekomme ich also nichts zurück. Der Verkäufer haftet auch nicht für den Verlust der Sendung, da er als Privatperson verkauft hat. Ich habe also auch ihm gegenüber keine Ansprüche. Wenn nun seitens DHL das angeblich verschickte und verschollene Paket wieder auftaucht und an den Empfänger zurück geschickt wird, erfahre ich auch das nicht. Wenn die Versicherung seitens DHL den Wert des iPhones erstattet, erfahre ich das nicht, denn es wird dem Verkäufer erstattet.

    Wie soll man in dem Falle also vorgehen? Gibt es Chancen, dass ich mein Geld irgendwie wieder bekomme?

    Beste Grüße,

    Sebastian

  • #10

    Antwort zu #9 (Freitag, 27 September 2019 11:59)

    Hallo Sebastian,

    mit PayPal und dem dortigen Käuferschutz kenne ich mich nicht aus. Sie sollten einmal die AGB studieren. Dennoch sollten Sie dort einen Antrag stellen (kann ja nicht schaden).

    Wenn Sie einen Betrug wittern, stellen Sie bei der Polizei am besten eine Strafanzeige/-antrag und teilen Sie dort den Sachverhalt mit.

    Ob der Verkäufer haftet, kommt drauf an, ob er Privatperson oder Unternehmer ist und was vereinbart wurde. Prüfen Sie doch einmal seine Verkäufe. Vielleicht ist er in der Tat als Unternehmer anzusehen. Dies würde Ihnen die Geltendmachung von Ansprüchen ihm gegenüber deutlich erleichtern. Schauen Sie einmal hier: https://www.recht.help/informationen/ebay-recht-und-internetrecht/privatverkaeufer-gewerblich-ebay-kleinanzeigen-amazon-ab-wann-unternehmer/

    Im Zweifel sollten Sie auch bei DHL den Verlust melden. Hierzu sollten Sie ebenfalls befugt sein.

    Mit freundlichen Grüßen

    Sven Nelke
    Rechtsanwalt

  • #11

    Tobias (Mittwoch, 27 Mai 2020 15:17)

    Guten Tag Herr Nelke,

    ich habe etwas bei ebay-Kleinanzeigen von privat gekauft. Preis 50€ inkl. nicht näher bestimmtem Versand.
    Ich habe versäumt mich beim Verkäufer zu erkundigen, ob der Versand versichert ist.
    Ich habe dann überwiesen und dies belegt. Der Käufer sagte, er habe verschickt.
    Nach einigen Tagen fragte ich an, wie versandt wurde. Der VK schickte mir daraufhin ein Foto eines Kaufbelegs über Postwertzeichen zum Preis von 2,70€.
    Dieser Kaufbeleg wurde an dem Datum ausgestellt, an welchem er mich über den Versand unterrichtet hat.

    Ist dieser Kaufbeleg ein Beweis für die Einlieferung meines gekauften Artikels, sodass die Gefahr des Verlustes unstrittig auf mich übergegangen ist?

    MfG
    Tobias

  • #12

    Sebastian Lang (Samstag, 30 Mai 2020 18:04)

    Guten Tag,

    Ich habe einen Artikel (Laufschuhe) auf eBay gekauft. Der Verkäufer hat als Versand sowohl in der Beschreibung als auch unter ‚Zahlung Und Versand‘ das DHL Paket bis 2kg angegeben. Dieses habe ich auch bezahlt - leider jedoch alles per Überweisung, da kein Paypal angeboten wurde.

    Nun habe ich auf Nachfrage erfahren, dass er „die Paket einfach so versendet hat“ - also nicht als versichertes Paket. Sendungsverfolgung hat er nicht, auf meine Bitte bei der Post nachforschen zu lassen ist nichts passiert. Selbst eine Quittung (die man bei der Post ja für jedes Produkt erhält) hat er nicht.

    Antworten tut er mittlerweile nun auch nicht mehr, sodass ich überlege eine Anzeige zu erstatten, macht das Sinn? Geht nur um 52€, aber empfinde das als unmöglich.

    Vielen Dank und ein sonniges Wochenende
    Sebastian

  • #13

    Wilhelm (Freitag, 05 Juni 2020 12:06)

    Hallo
    Ich habe einen Artikel bei Ebay ersteigert, der Gegenstand wurde auch versendet, aber
    Rücksendung an den Absender
    Di, 02.06.2020, 03:16 Uhr
    ________________________________________
    Detaillierter Sendungsverlauf
    Di, 02.06.2020, 03:16
    Die Sendung wurde direkt ab Paketzentrum dem Geschäftskunden zugestellt.
    Di, 02.06.2020, 03:15, Bochum
    Die Sendung ist in der Region des Empfängers angekommen und wird im nächsten Schritt zur Zustellbasis transportiert.
    Sa, 30.05.2020, 11:28, Köln
    Die Sendung wurde von DHL bearbeitet und wird für den Weitertransport in die Region des Empfängers vorbereitet.
    Fr, 29.05.2020, 08:24
    Leider ist eine Zustellung der Sendung nicht möglich, da sie nicht unseren Versandbedingungen entspricht. Die Sendung wird an den Absender zurückgeschickt.
    Fr, 29.05.2020, 04:11, Köln MechZB
    Die Sendung wird für die Verladung ins Zustellfahrzeug vorbereitet.
    Do, 28.05.2020, 19:01, Bremen GVZ
    Die Sendung wurde von DHL bearbeitet und wird für den Weitertransport in die Region des Empfängers vorbereitet.
    Mi, 27.05.2020, 13:38
    Die Sendung wurde vom Absender in der Filiale eingeliefert.

    Das Paket wurde aber nicht Absender zurück geliefert.
    Da die Post keinem Geschäftskunden ein Paket um 03:16 zustellt ist wohl offensichtlich das hier die DHL falsche Angaben gemacht hat.
    Da der Gegenstand von beträchtlichem Wert ist, ist nun meine Frage ob der Verkäufer, zur Rückerstattung des Betrages verpflichtet ist, da laut DHL eine Zustellung nicht möglich war, da sie nicht den Versandbedingungen entsprach.
    Vielen Dank im Voraus
    Wilhelm

  • #14

    Manuel (Freitag, 05 Juni 2020 13:58)

    Guten Tag,
    ich habe als privater Verkäufer einen Porzellan Artikel verkauft, ihn ordnungsgemäß eingepackt und mit versichertem Versand-Sendungsnummer über DHL verschickt. Nach zwei Wochen quer durch die Republik kam der Artikel bei dem Kunden als Totalschaden an.
    Ebay meint, ich müsse den kompletten Preis trotzdem an den Kunden zurück erstatten, obwohl DHL den Schaden verursacht hat, obwohl auf der Ebay-Rechts-Seite explizit darauf hingewiesen wird, das der Käufer das Risiko des Versandes trägt, wenn der private Verkäufer den Artikel ordnungsgemäß an das Frachtunternehmen übergeben hat.
    Zwischen dem Kunden (Absender) und DHL (Frachtführer) wurde ein Frachtvertrag gemäß § 407 HGB abgeschlossen. Den Absender trifft die Pflicht, das zu befördernde Gut so zu verpacken, dass es vor Verlust und Beschädigung geschützt ist, § 411 S. 1 HGB.
    Während des Transportes, also in der Zeit von der Übernahme bis zur Ablieferung, haftet der Frachtführer für am Beförderungsgut entstehende Schäden, soweit nicht eine Mitverursachung des Absenders oder Empfängers vorliegt. Dies regelt § 425 HGB.
    https://pages.ebay.de/rechtsportal/kaeufer_5.html
    Ich lese hierbei auch den von Ihnen freundlicherweise veröffentlichten Artikel, der über das BGB zur selben Stellungnahme kommt, bin aber jetzt irritiert, ob ich als privater Verkäufer in Haftung genommen werden kann.
    Danke für die Hilfe

  • #15

    Niklas (Sonntag, 14 Juni 2020 22:13)

    Lieber Herr Nelke,
    eine Frage zu einem aktuellen Fall. Verkauf eines niedrigpreisigen Artikels (ca. 15 EUR) über eBay, Zahlung mit Paypal, Käufer wählt unversicherten Versand (versichert wurde auch angeboten). 2 Tage nach der Auktion wird direkt ein Fall wegen nicht angekommenen Artikels geöffnet. In den Bewertungen steht mehrfach, dass der Käufer immer unversicherten Versand wählt, behauptet dass der Artikel nicht angekommen sei und sich von Paypal das Geld zurück erstatten lässt. Ich vermute hier also das gleiche Vorgehen.
    Habe ich eine Chance, einen Rechtsanwalt zu finden, der mir bei 15 EUR Streitwert weiter hilft, oder sollte ich dieses Geld lieber schnell abschreiben? Für den Versand habe ich einen Zeugen, der mit mir gemeinsam den Artikel verpackt und zur Post gebracht hat.
    Danke für Ihre Einschätzung und viele Grüße
    Niklas

  • #16

    Antwort zu #11 (Montag, 15 Juni 2020 19:19)

    Hallo Tobias,

    ein Strengbeweis ist es nicht, weil die Kaufquittung kein Beleg über die Aufgabe bei der Post darstellt. Dennoch kann diese Quittung im Streitfall entscheidend sein und einen Richter eben davon überzeugen, dass das Päckchen tatsächlich aufgegeben wurde.

    Mit freundlichen Grüßen

    Sven Nelke
    Rechtsanwalt

  • #17

    Antwort zu #12 (Montag, 15 Juni 2020 19:22)

    Hallo,

    für den Verlust einer Sendung hat die Post im vollem Umfang aufzukommen. Dafür muss bewiesen werden, dass a) das Paket bei der Post aufgegeben wurde und b) dass es nicht beim Empfänger ankam und c) den behaupteten Inhalt hatte. Der Verkäufer könnte als Zeuge fungieren.

    Im Übrigen kann ich nicht erkennen, dass Sie mit dem Verkäufer eine bestimmte Versandart vereinbart haben oder irre ich mich da?

    Mit freundlichen Grüßen

    Sven Nelke
    Rechtsanwalt

  • #18

    Antwort zu #13 (Montag, 15 Juni 2020 19:24)

    Hallo Wilhelm,

    bitte schauen Sie sich die Antwort zu #12 an. Ihr Fall ist ähnlich gelagert.

    Mit freundlichen Grüßen

    Sven Nelke
    Rechtsanwalt

  • #19

    Antwort zu #14 (Montag, 15 Juni 2020 19:29)

    Sehr geehrter Manuel,

    zum ordnungsgemäßen Versand gehört dazu, dass die Ware sicher im Päckchen unterbringen ist. Grundsätzlich ist eine Haftung der Post denkbar, doch müsste bewiesen sein, a) dass das Päckchen rabiater als üblich dort behandelt wurde und b) dass sie den Inhalt sicher verpackt hatten. Die Hürden sind sehr hoch und wenn Sie kein besonderes bei der Post erworbenes Verpackungsmaterial benutzt haben, ist die Beweisführung praktisch unmöglich. Gleichwohl obliegt es Ihnen als Verkäufer und Versender, den Inhalt ordnungsgemäß vor Stößen zu sichern.

    Mit freundlichen Grüßen

    Sven Nelke
    Rechtsanwalt

  • #20

    Antwort zu *15 (Freitag, 19 Juni 2020 17:18)

    Lieber Niklas,

    Sie sollten eine Anzeige bei der Polizei aufgeben.

    Kolleginnen und Kollegen, die wegen 15 € streiten, die gibt es. Leider kenne ich jedoch keinen. Am ehesten werden Sie bei einem lokalen Anwalt fündig.

    Mit freundlichen Grüßen

    Sven Nelke
    Rechtsanwalt

  • #21

    Nicole (Sonntag, 28 Juni 2020 20:02)

    Hallo,
    habe Ware per DHL verschickt. Die Laternen mit Glas einsatz waren in der OVP mit Styropor und Luftplosterfolie verpackt. Dennoch ein Schaden. Das zerbrochene Glas wollte ich ersetzen bzw. die Kosten übernehme. Käuferin ist der Meinung, es war mangelhaft verpackt und die gesamte Ware seit Schrott. Und nun? Eine Rücknahme und Gewaährleistung war in der Beschreibungs ausgeschlossen. Ich habe darauf hingewiesen, dass es sich um einen Privatverkaf handelt, bin privater Anbieter.

  • #22

    Antwort zu #21 (Dienstag, 30 Juni 2020 08:24)

    Hallo Nicole,

    in der Tat ist nunmehr zu erfragen, ob Sie die Ware sicher verpackt haben oder nicht. Wenn dies nicht der Fall ist, dann könnte ein Schadensersatzanspruch gegeben sein. Ggf. macht es auch Sinn, sich an DHL zu wenden. Allerdings schließen die -so meine ich- eine Haftung per AGB aus, wenn nicht deren Verpackungsmaterial verwendet wurde. Da könnte ich mich aber auch irren. Sie sollten einmal in die Frachtbedingungen schauen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Sven Nelke
    Rechtsanwalt

  • #23

    Marco (Samstag, 04 Juli 2020 17:36)

    Hallo,
    zunächst möchte ich mich für den informativen Beitrag bedanken.

    Ich benötige Hilfe zu meinem Fall:
    Vor knapp zwei Wochen habe ich über eBay von privat zu privat ein Surface-Tablet verkauft (Warenwert < 500 Euro). Nachdem das Paket bei DHL knapp anderthalb Wochen im Status "In der Filiale eingeliefert" stecken geblieben ist, hat sich soeben der Status in "Der Inhalt der Sendung wurde beschädigt" geändert.

    Bei dem Tablet handelt es sich um ein Surface-Gerät, dessen Umverpackung bereits ziemlich robust ist. Ich habe beim Versand dieselbe Verpackung genutzt, die Amazon ursprünglich für den Versand über UPS an mich genutzt hat (frustfreie Verpackung, keine Luftpolster) und diese mit reichlich Klebeband versehen, damit sie von allen Seiten ausreichend verschlossen ist. Bilder von der Verpackung habe ich vor dem Versand natürlich nicht gemacht.

    Im Internet habe ich nun einige Horror-Stories darüber gelesen, dass DHL in solchen Fällen gerne die Schuld auf den Versender schiebt mit der Begründung, die Ware sei nicht ausreichend verpackt gewesen. Wie kann ich in meinem Fall nun dagegen argumentieren, sollte DHL diese Masche bei mir versuchen? Und wie soll ich dem Käufer gegenüber nun reagieren? Durch den Versandkauf sollte das Versandrisiko durch meine Abgabe beim Versanddienstleister ja auf den Käufer übergegangen sein - außer natürlich DHL schiebt mir die Schuld in die Schuhe. Der Verkäufer hat nun bei eBay einen Fall eröffnet und fordert die Erstattung des Kaufbetrags.

    Vielen Dank!

  • #24

    Antwort zu #23 (Montag, 06 Juli 2020 15:01)

    Hallo Marco,

    wenn Sie das Paket sicher verpackt haben, dann haben Sie nichts zu befürchten. Es ist richtig, dass DHL grundsätlich in Ihren AGB festschreibt, dass beschädigte Ware nur dann anstandslos ersetzt wird, wenn Sie mittels spezieller Verpackung, die Sie bei DHL erwerben können, verschickt wurde.

    Mit freundlichen Grüßen

    Sven Nelke
    Rechtsanwalt