Corona-News: Fitnessstudio wegen Covid-19 geschlossen! - Muss ich weiterhin den Beitrag zahlen? Darf ich den Vertrag kündigen? - Die Rechtslage!



Covid-19 hat das öffentliche Leben immer mehr im Griff. Mittlerweile sind bereits Fitnessstudios geschlossen: Natürlich stellen sich hierbei folgende Fragen: Muss ich den Beitrag für das Fitnessstudio dennoch entrichten, obwohl es wegen Corona geschlossen bleibt? Was haben Fitnessstudio-Mitglieder einerseits und Fintnessstudio-Betreiber andererseits zu beachten?

 

- WIR DURCHLEUCHTEN DIE RECHTSLAGE FÜR SIE!p


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Muss ich die Beiträge fürs Fitnessstudio entrichten, wenn es wegen Corona geschlossen bleibt?

Wenn das Fitnessstudio wegen Corona geschlossen werden muss, dann werden die Fitnessstudio-Betreiber von ihrer Leistungspflicht befreit (siehe § 275 BGB).

 

Im Umkehrschluss müssen Fitnessstudio-Mitglieder grundsätzlich den Beitrag für diesen Zeitraum nicht entrichten (siehe § 326 BGB), wenn das Fitnessstudio wegen Covid-19 geschlossen bleibt. Bereits gezahlte Fitnessstudio-Beiträge dürfen dann zurückgefordert werden.


Der Fitnessstudio-Betreiber weigert sich, die Mitgliedsbeträge zu erstatten; Er beruft sich auf "höhere Gewalt"! - Zu Recht?

Einige Fitnessstudio-Verträge haben in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen ein Klausel aufgenommen, die besagt, dass bei Schließung des Fitnessstudios wegen "höherer Gewalt" die Beiträge von den Mitglieder dennoch zu entrichten sind.

 

Wir sind der Meinung, dass derartige Klauseln nicht zulässig sind, weil sie die Mitglieder unangemessen benachteiligen (siehe § 307 BGB). Der Fitnessstudio-Betreiber hat Ihre Beiträge folglich zurückzuerstatten, wenn das Fitnessstudio wegen Covid-19 geschlossen bleibt. Auf "höhere Gewalt" darf sich der Fitnessstudio-Betreiber unserer Meinung nach nicht berufen, selbst wenn dies im Vertrag verankert ist.


Darf ich den Fitnessstudio-Vertrag kündigen, wenn ich wegen Corona nicht ins Fitnessstudio gehen kann?

Ob der Fitnessstudio-Vertrag gekündigt werden darf, wenn das Fitnessstudio wegen Covid-19 geschlossen bleibt, ist fraglich. Grundsätzlich sieht der Gesetzgeber für derartige Fälle eine Vertragsanpassung vor. Nach § 313 BGB ist ein Vertrag anzupassen, wenn sich nach Vertragsschluss "Umstände, die zur Grundlage des Vertrags geworden sind, schwerwiegend" verändert haben. Im Falle von Corona dürfte es dazu führen, dass der Vertrag in der Zeit, wenn das Fitnessstudio geschlossen bleibt, einfach ruht und erst dann wieder aktiv wird, wenn das Fitnessstudio aufmacht.

Beachte: Sollte der Fitnessstudio-Vertrag in der Zeit, wenn das Fitnessstudio wegen Corona geschlossen bleiben, ausgesetzt sein, dann führt dies nicht dazu, dass die Vertragslaufzeit sich entsprechend verlängert. Fitnessstudio-Mitglieder müssen eine längere Laufzeit nicht hinnehmen.

Sollte ein Ruhen des Vertrages jedoch im Einzelfall unpraktikabel sein, dann kann auch die Aufhebung des Vertrages eingefordert werden.

Beachte: Sollte der Fitnessstudio-Betreiber sich trotz entsprechender Aufforderung weigern, den Mitgliedsbeitrag anteilig zu erstatten, so kann darin durchaus ein wichtiger Grund nach § 314 BGB, der zur sofortigen Kündigung des Fitnessstudio-Vertrages berechtigt, gesehen werden.


Was haben Fitnessstudio-Betreiber zu beachten?

Für Fitnessstudio-Betreiber bedeutet dies, dass sie mit einem Ausfall von Mitgliedsbeiträgen zu rechnen haben. Die Bundesregierung plant etwaige Hilfepakete, um den Umsatzausfall auszugleichen, doch ist fraglich, unter welchen Voraussetzungen derartige Gelder beansprucht werden können.

 

Fitnessstudio-Betreibern kann daher nur angeraten werden, auf ihre Mitglieder zuzugehen und ihnen die Situation zu erklären. Es sollte auch angeboten werden, dass sich die Vertragslaufzeit entsprechend verlängert. So können ggf. die Umsatzeinbußen ausgeglichen werden.


Was habe ich zu tun, wenn der Fitnessstudio-Betreiber sich weigert, mir den Beitrag für die Zeit der Corona-Schließung zu erstatten!

  1. Zunächst sollten Sie mit dem Fitnessstudio-Betreiber kontaktieren und um Erstattung bitten.
  2. Führt Ihre Bitte nicht zu Erfolg, dann sollten Sie das Fitnessstudio förmlich unter Fristsetzung zur anteiligen Rückerstattung auffordern.
  3. Sollte der Fitnessstudio-Betreiber sich auch dann zur Rückerstattung weigern, dann befindet er sich in Verzug (siehe § 286 BGB). In diesem Falle sollten Sie einen Rechtsanwalt aufsuchen und ihn entsprechend anmahnen lassen. Die Kosten des Rechtsanwalt hat der Fitnessstudio-Betreiber dann ebenfalls grundsätzlich zu erstatten.
  4. Wenn Sie noch Rechtsfragen haben, können Sie gerne eine kostenlose und unverbindliche Ersteinschätzung von uns erhalten. Zögern Sie nicht!



Gewährleistungsausschluss:

 

Bitte beachten Sie, dass trotz sorgfältiger Recherche keine Gewähr für die inhaltliche Richtigkeit oder Aktualität, etc. der Informationen übernommen werden kann. Ebenso wird jegliche Haftung ausgeschlossen. Diese Informationen ersetzen keine Rechtsberatung. Die Informationen sind allgemein gehalten, während eine Rechtsberatung sich inhaltlich ganz konkret mit Ihrem persönlichen Anliegen auseinandersetzt. Es ist daher dringend zu empfehlen, dass Sie sich, soweit Sie konkret betroffen sind, unverzüglich mit einem Rechtsanwalt in Verbindung setzten.


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