eBay-Recht: „Abbruchjäger“ gegen „Hochbieter“ - Berufungsverhandlung vor dem OLG Hamm


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Nachweise und weitere Infos:



 

Urteil zweiter Instanz



 Rechtslage: Abbruch einer eBay-Auktion



 

Rechtslage: Abbruchjäger bei eBay



 Rechtslage: Hochbieten der eBay-Auktion



Zum SachverhalT:


Zum Sachverhalt:

  • Unser Mandant bot seinen Audi TT bei eBay zum Verkauf an. Hierzu nutzte er den eBay-Account seines Vaters. Während der Auktionszeit wurde er von einem anderen User gewarnt, dass wohlmöglich Deutschlands größter Abbruchjäger bei ihm mitbiete.
  • >>>Ein Abbruchjäger ist jemand, der bei eBay auf ganz viele Auktionen bietet, um im Falle von vorzeitigen Auktionsabbrüchen Ansprüche geltend zu machen. Da es ihm also nicht darauf ankommt, Auktionen zu gewinnen, und er -in der Regel- nur Schadensersatz haben will, handeln Abbruchjäger verwerflich. Aus diesem Grunde stehen Ihnen keine Ansprüche zu - so zumindest in der Theorie.<<<
  • Aus Angst in rechtliche Probleme zu geraten, bot unser Mandant sodann mit seinem eigenen Account bis er Höchstbieter war. Dann brach er die #Auktion ab. Es kam, wie es kommen musste: Der Abbruchjäger behauptete einen unberechtigten Abbruch der Auktion und bestand auf Schadensersatz, den er dann klageweise einforderte. Die erste Klage richtete sich gegen den Vater als Inhaber des Verkäuferaccounts. In diesem Rechtszug unterlag der Abbruchjäger, weil die Gerichte urteilten, dass der Vater nicht der Verkäufer und damit der falsche Beklagte war.
  • Sodann verfolgte der Abbruchjäger gegen unseren Mandanten die Sache weiter und klagte erneut. Das Landgericht Münster gab dem Abbruchjäger in erster Instanz recht, denn es sah unseren Mandanten im Ergebnis nicht als schutzwürdig an. Jemand der über einen Zweitaccount ungerechtfertigt eine Auktion hochbietet, handelt selbst missbräuchlich und ist daher nicht schutzbedürftig – so das LG Münster.
  • Die hiergegen erhobene Berufung blieb ohne Erfolg. Das Oberlandesgericht Hamm stützte sich bei der Begründung vor allem auf die Rechtsprechung des Bundesgerichtshof, die da sinngemäß besagt: Im Gegensatz zur Abbruchjagd ist eine Schnäppchenjagd nicht verwerflich. Selbst wenn jemand in 2 Jahren ungefähr auf 14.000 Auktionen mit einem Gesamtbetrag von mehr als 52.000.000 € teilgenommen und sodann über 100 Schadensersatzklagen eingereicht hat, lässt dies nicht den Rückschluss zu, dass er ein Abbruchjäger ist. Er könnte ja auch Schnäppchenjäger sein. Mit dieser -maßgeblichen- Begründung wies das OLG Hamm die Berufung ab.
  • FAZIT: Nach der Rechtsprechung ist es schwierig, einen Abbruchjäger der Abbruchjagd zu überführen, denn er könnte ja noch Schnäppchenjäger sein. Dennoch gibt es zahlreiche andere Gerichte, die derartige Fälle auch anders beurteilen. Sich gegen einen Abbruchjäger zu verteidigen ist schwierig, aber nicht komplett aussichtslos.

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